Birgit Lausecker: “Man sollte dem Leben gegenüber stets neugierig und wissbegierig bleiben!”


Die ausgebildete Bürokauffrau mit Abschluss vor der IHK in Oldenburg in Holstein berichtet über ihre Tätigkeit in dem vielfach noch unbekannten Berufsfeld “Interims-Managerin” im Bereich Sekretariatsmanagement. Unter dem Begriff “Interims-Manager” versteht man ” kurz zusammengefasst ” eine vorübergehende, eigenverantwortliche Managementtätigkeit innerhalb eines Unternehmens.

Die 40-Jährige wuchs behütet in einer Arbeiterfamilie auf und hat ” trotz ihrer außerordentlichen beruflichen Erfolge – niemals die Bodenhaftung und das Wissen “woher ich komme” aus den Augen verloren. Birgit Lausecker ist verheiratet und lebt und arbeitet in München.

Was hat Sie dazu gebracht, Ihren derzeitigen Beruf zu wählen?
Bereits während meiner beruflichen Laufbahn als Festangestellte wurde durch verschiedene Impulse mein Wunsch nach Selbständigkeit gefestigt. Durch strategische Überlegungen und Zielsetzungen entstand mein detaillierter Businessplan der seither als Grundlage meines Unternehmens dient.

Sie haben sich vor rund 2 Jahren mit Ihrer Firma “Birgit Lausecker Consulting"
selbständig gemacht. Wie ist es bisher gelaufen?

Super!! Die Zielsetzungen, die ich in meinem Businessplan als Zielvereinbarungen bis dato für mein Unternehmen schriftlich festgehalten habe, wurden erfüllt und übertroffen.

Worauf führen Sie das zurück?
Vor allem die Nähe zu den Kunden. Ich habe mich auf den Teilbereich des Chefsekretariates im Großraum München spezialisiert, so dass ich regelrecht am Puls der Kunden bin. Wenn es erforderlich ist, arbeite ich auch mit Kooperationspartnern zusammen.

Gibt es Ihrer Meinung nach Unterschiede in den Anforderungen von weiblichen und
männlichen Chefs?

Ja, in der Kommunikation und im “Bauchgefühl”, da sind die Entscheidungswege bei Chefinnen kürzer.

Welche Produktfelder bieten Sie Ihren Kunden?
Das ist eine ziemlich breit gefächerte Angebotspalette. Sie reicht vom Sekretariatsmanagement, Bürodienstleistungen und Corporate Identity, über Projektunterstützung, Büroorganisation und Sekretariatsservice, bis hin zum virtuellen Sekretariat, Sekretariat auf Zeit und umfasst auch beispielsweise Telefonmarketing und Schulung von Sekretärinnen. Grundsätzlich ist mir bei allem wichtig, dass ich mein Wissen mit meinen Kunden teilen möchte, um einen Mehrwert in der Wertschöpfungskette meiner Kunden zu ermöglichen.

Welche Ziele streben Sie beruflich an?
Das Wachstum meines Unternehmens liegt mir am Herzen. Bereits in den nächsten Monaten werde ich in größere Räumlichkeiten umziehen und baue insbesondere den Consultingbereich aus. Darüber hinaus habe ich auch erste strategische Schritte im Bereich Consulting umgesetzt. Ich gebe einen eigenen Newsletter heraus und habe intensiv die Öffentlichkeits- und Pressearbeit für mein Unternehmen vorangebracht.

Gibt es ein “Rezept” für Ihren beruflichen Erfolg?
Erfolg ist kein Geheimnis. Er ist erlernbar. Der Weg zum Erfolg ” so meine bisherigen Erfahrungen ” ist voller Überraschungen, es gab für mich auch Niederlagen. Aber ich habe eine Strategie entwickelt, Niederlagen ins Positive zu kehren und sie als Lerneffekte zu nutzen.

Nun noch einige ganz persönliche Fragen: Was machen Sie in Ihrer Freizeit?
Ich lese sehr gerne, vorzugsweise das anspruchsvolle Buch von Stephen Covey “Die Sieben Wege zur Effektivität”. Dieses Werk hat mich in meinen Denk- und Handlungsweisen sehr geprägt. Körperlich halte ich mich durch Stepaerobic fit.

Welches waren Ihre Lieblingsfächer in der Schule?
Sprachen, vor allem Englisch, aber auch Französisch. Später habe ich zwei Jahre lang an einer Sprachschule in den USA meine Englischkenntnisse entsprechend erweitert.

Gibt es Aufgaben, die Sie nicht gerne machen?
Ich bin mir für keine Aufgabe zu schade. Bodenhaftung und das Wissen woher man kommt, ist für mich extrem wichtig.

Was ist Ihnen bisher gelungen?
Der Aufbau und strategische Ausbau meiner Consultingfirma. Ebenso eine gute Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. All das ist natürlich ein kontinuierlicher Prozess, der sich wie ein roter Faden durch meine berufliche Tätigkeit zieht. Ich lege meine Ziele immer schriftlich fest: Hauptziel ” Nebenziel ” neue Ziele, das klappt wunderbar!

Was ist Ihnen bisher noch nicht gelungen?
Einen Artikel im Manager Magazin zum Thema Sekretariatsmanagement zu veröffentlichen.

Haben Sie ein Lebensmotto und wenn ja, wie lautet es?
Carpe Diem ” Lebe Deinen Tag ” was für mich so viel wie “Freude bei der Arbeit” bedeutet. Auch die Lebensweisheit von Paulo Coelho: “Je näher man an seinen Traum herankommt, um so mehr wird der persönliche Lebensweg zum eigentlichen Lebensziel” ist sehr bedeutsam für mich.

Engagieren Sie sich auch auf sozialem Gebiet?
Ja, durchaus; denn vielfach stelle ich mein Wissen Frauen unentgeltlich zur Verfügung, die “High-Potentials” (hohe Kräftepotenziale) in sich erkannt haben und ihre Stärken ausleben möchten. Als eines der Beispiel nenne ich hier meine Mitarbeit bei dem Projekt “TeamArbeit für Deutschland”, eine im Jahr 2006 abgeschlossene Initiative mit engagierten Menschen aus vielen gesellschaftlichen Gruppen, die sich zu einem Netzwerk gegen Arbeitslosigkeit in Deutschland zusammen fanden.

Eine Schlussfrage noch: Was denken Sie über das Alter?
Ich bin jetzt 40 Jahre alt ” da denkt man eigentlich noch nicht so sehr über das Alter nach. Doch ich hatte im persönlichen Umfeld leider einige schmerzliche Schlüsselerlebnisse, die mich sehr nachdenklich stimmten. Daraus habe ich für mich gelernt: Man muss versuchen, nicht nur körperlich, sondern auch geistig fit zu bleiben. Nur wer beides bewegt, vermag auch länger jung zu bleiben. Das kann man aber nur erreichen, wenn man dem Leben gegenüber stets neugierig und wissbegierig bleibt!

Das Interview führte Brigitte Karch
Weitere Informationen: www.sekretariatsmanagement.de

(Der Link wurde am 24.05.2007 getestet.)