ASW: Pramila steht auf eigenen Füßen

Bevor Pramila Ponda der Heirat zustimmte, musste ihr Zukünftiger erst ein Gender-Seminar besuchen. Das war ihre Bedingung. Denn sie befürchtete, er könnte sie sonst nach der Hochzeit in ihrer Selbstständigkeit einschränken wollen. Pramila hat ihren eigenen Kopf. Bereits in der 8. Klasse fasste sie den Entschluss, sich für die Landbevölkerung und insbesondere für Frauen zu engagieren. Nach ihrem Studium zog sie aufs Land und sammelte praktische Erfahrungen als Sozialarbeiterin.

Bald machte sie sich selbstständig, um sich verstärkt auf die Arbeit mit Frauen zu konzentrieren. Sie besucht viele Dörfer und unterrichtet Frauen.

Inzwischen hat Pramila die Organisation WORD ins Leben gerufen, in der sie sich zusammen mit ihren 36 MitarbeiterInnen für die Stärkung von Frauen und die ländliche Entwicklung in ihrem Bundesstaat Orissa einsetzt. Sie ist stolz darauf, dass immer mehr Frauen an den Dorfversammlungen teilnehmen und sogar, wie es das indische Recht vorsieht, als Gemeinderätinnen gewählt werden. In Indien gibt es schon seit Anfang der 1990er-Jahre eine von der Verfassung festgelegte Quote für Frauen in den Gemeinderäten. Nur was die Umsetzung der Gesetze angeht, da gibt es für Aktivistinnen wie Pramila noch viel zu tun.

Über die ASW: Bereits 1957 gegründet, ist die Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.V. (ASW) eine der ältesten entwicklungspolitischen Organisationen Deutschlands. Sie fördert Projekte in Afrika, Indien und Brasilien, die zur Stärkung von Frauen, dem Schutz der Umwelt und der Durchsetzung der Menschenrechte beitragen. Die Projekte werden ausschließlich von PartnerInnen vor Ort angestoßen und ausgeführt. Die Organisaion ist politisch, wirtschaftlich und religiös unabhängig und finanziert sich überwiegend über Spenden von Privatpersonen.

Weitere Informationen:
www.aswnet.de/projekte/frauen/frau-des-monats.html
www.solidarische-welt.de

Titelbild: Pramila Ponda, links, mit DorfbewohnerInnen. Der ASW-Indienreferent macht Notizen.