Sandra Giner: „Ich möchte für meine Kunden „Lieblingsstücke“ kreieren“


Wie selbstverständlich erschien es der gebürtigen Offenburgerin, den Goldschmiedeberuf zu ergreifen. „Das stand für mich eigentlich immer fest“, erinnert sich die heute 44-jährige Mutter zweier Kinder. „Das liegt wohl an den Genen, von Anfang an war es für mich klar, und ist es auch heute noch, dass ich Goldschmiedin werden wollte.“ Kein Wunder, denn in ihrer Familie „wimmelt es nur so von Uhrmachern, Goldschmieden und Optikern“, wie Sandra Giner lachend erzählt.

Ihr beruflicher Werdegang ist geradlinig: von der Goldschmiede- und Uhrmacherschule in Pforzheim über verschiedene Goldschmiede-Werkstätten bis hin zu ihrem Abschluss als Goldschmiedemeisterin und staatlich geprüften Gestalterin für Schmuck und Gerät im Jahr 1995. Anschließend führte sie die Geschäfte der elterlichen Goldschmiede Giner, um dann 1998 zusammen mit ihrem Lebensgefährten und Goldschmiedemeister Wulf Schroller die Wolfschmiede Manufaktur zu gründen. Diese befindet sich heute in Rheinbischofsheim.

Dort entwirft und fertigt Frau Giner in hochwertigster Qualität erlesene Unikatschmuckstücke, die in Form, Material und Farbe genau auf den Träger abgestimmt werden. „In der Wolfschmiede legen wir sehr viel Wert darauf, dem Kunden genau zuzuhören, um zu erfassen, was er will. Denn schließlich soll sich der Träger mit seinem Schmuckstück identifizieren können. Für uns ist die handwerkliche Qualität und die ästhetische Umsetzung der Idee maßgebend. So hoffen wir, für jeden sein individuelles ‘Lieblingsstück’ zu schaffen“, erläutert Sandra Giner. Mittlerweile hat sich die Wolfschmiede Manufaktur (die Bezeichnung entstand in Anlehnung an den Vornamen Wulf) zu einem Label mit hohem Renommee entwickelt. Die Manufaktur steht gewissermaßen als Synonym für Qualität und Wert im anspruchsvollen Schmuckbereich.

Welche Materialien verwenden Sie?
Alles, was dem Körper gut tut. Alle Naturmaterialien. Das ist nicht nur Gold und Silber, sondern kann auch beispielsweise Holz sein. Ich wähle die Materialien sehr sorgfältig aus, hinsichtlich Haltbarkeit, Tragbarkeit und was zur Trägerin oder zum Träger passt.
Ich lerne ständig neu hinzu, entwickle und probiere neue Techniken im Materialbereich. Anregungen für neue Schmuckstücke gewinne ich bei Spaziergängen oder Wanderungen aus der Natur.

Welches sind denn die Kunden, die zu Ihnen kommen?
Nun, es sind Menschen, die Sinn für kunstvollen Schmuck und anspruchsvolle Handarbeit haben. Unsere Kunden kennen sich oft selbst sehr gut mit der Materie aus.
Die erkennen sofort die Qualitäten der Wolfschmiede Manufaktur.

Offerieren Sie auch etwas für schmale Budgets?
Wichtig ist mir, dass der Kunde Freude an seinem Schmuckstück hat, das er sich wieder erkennt und sich mit dem Ring, der Kette oder dem Armband identifizieren kann. Natürlich haben die von mir verwendeten Materialien sowie mein Hang zur handwerklichen Perfektion ihren Preis. Dennoch versuche ich, auch Menschen mit weniger Geld, die aber Liebe zum Handwerk haben, Möglichkeiten zu schaffen, ihnen etwas Schönes zu ‘bauen’. Anderen Menschen Freude zu bereiten, bedeutet mir mehr als das rein Finanzielle.

Tragen Sie Ihre eigenen Schmuckstücke?
Ich trage gerne Schmuck, jedoch nicht überladen. Mal eine Kette, mal einen Ring, den ich gerade jetzt trage. Es ist ein mehrschichtiger Ring mit einem Diamanten. Dieser stammt noch von meinem Opa und hat für mich einen bedeutenden ideellen Wert.

Wie haben Sie seinerzeit Beruf und Kindererziehung vereinbart?
Die Anfangsphase war sehr turbulent. Zumal die Gründung der Wolfschmiede als auch die Geburten unserer beiden Töchter eng beisammen liegen. Damals war es so eine Art Tellertanz, alles am Laufen zu halten. Aber Gott sei dank waren wir noch jung (lacht).

Was möchten Sie in Ihrem Leben noch erreichen?
Wir befinden uns mit der „Wolfschmiede Manufaktur GmbH“ auf einem guten Weg.

Vor drei Jahren wurden wir in einer Direktaufnahme vom BK als Mitglied aufgenommen. Letztes Jahr wurden wir vom Wirtschaftsministerium gefördert, mit unseren Stücken in New York auszustellen. Für dieses Jahr wurden wir nach Shanghai eingeladen. Ebenso wurden wir eingeladen, dieses Jahr auf der internationalen Kunstmesse Résonances in Strasbourg auszustellen. Ich wünsche mir, dass ich noch viele, anspruchsvolle Stücke anfertigen darf und dass mir der Spaß an diesem schönen Beruf nie vergeht.

Gerne möchte ich eines Tages sagen können, dass ich viele gute Dinge im Leben geleistet habe; und das möchte ich nicht nur auf meinen Beruf beziehen.

Weitere Informationen:
www.wolfschmiede.de

(Der Link wurde am 19.04.2012 getestet.)

Bildunterschrift: Goldschmiedemeisterin Sandra Giner. Foto: Privat