Stilla Probst: Beraterin, Trainerin und Coach


Sie ist zum zweiten Mal verheiratet, Mutter zweier erwachsener Kinder und Großmama zweier Enkelkinder, und hat bereits in jungen Jahren Verantwortung in den unterschiedlichsten Bereichen gesucht und gefunden.

Nach der Mittleren Reife absolvierte sie eine Banklehre, erwarb das Sekretärinnen-Diplom und ließ sich mit 40 Jahren zur Betriebswirtin ausbilden. Es folgten weitere Zusatzausbildungen: Systemisches Coaching, NLP, Körpersprache und Face-Reading. Ihr analytisches Denken und konsequentes Handeln, ihr ausgeprägter Sinn für logische Abläufe, verbunden mit temperamentvoller Herzlichkeit machten die Person “Stilla Gentele” (jetzt verheiratete Probst) zu einem hoch gelobten “Markenzeichen”.

Mit den Worten “Alles hat seine Zeit” beendete Stilla Probst im Dezember 2005 aus persönlichen Gründen ihre 17jährige Tätigkeit bei der Johanniter Unfall-Hilfe. Dort war sie die letzten fünf Jahre Mitglied Vorstandes des Regionalverbandes Nordschwaben (Donauwörth). Heute startet die berufserfahrene und im Umgang mit Menschen versierte Stilla Probst von München aus zu einem energiesprühenden beruflichen Neuanfang durch.

Aus Ihrem beruflichen Werdegang geht hervor, dass Sie nach 12 Jahren Erziehungspause 1989 den beruflichen Wiedereinstieg gewagt haben. Was hat Sie dazu veranlasst?
Ich wollte eigentlich nie Karriere machen. Ich heiratete mit 19 Jahren, bekam mit 22 Jahren mein erstes Kind, mit 25 Jahren folgte das Zweite. Wir besaßen ein schönes Haus,
dessen baulicher Grundriss nebst dem Entwurf der edlen Holzmöbel von mir stammte, kurz gesagt, ich fühlte mich damals in der typisch klassischen Rolle als Ehefrau und Mutter absolut wohl. Während dieser Zeit war ich in den verschiedensten Ämtern tätig, so als Stadträtin und Stadtjugendsprecherin, als Vereinsvorstand, Museumsmitarbeiterin sowie als VHS-Dozentin für Klöppeln, ebenso war ich ich aktiv in politischer Arbeit involviert. Da ich meine Aufgabe als Mutter sehr ernst nahm, beendete ich diese abendlichen Vereinstätigkeiten und passte meinen Zeitplan für die Belange meiner inzwischen in die
Schule gehenden Kinder an. So habe ich tagsüber stundenweise bei der Johanniter Unfall-Hilfe in Schwabach gearbeitet und war wieder zu Hause, wenn die Kinder aus der Schule kamen und sie mich brauchten.

Sie bekamen Ende der 80er Jahre gleichzeitig zwei attraktive Arbeitsplatzangebote. Was waren das für Chancen?
Zum einen erhielt ich das lukrative Angebot, das Bürgerbüro eines Landtagsabgeordneten zu übernehmen. Zunächst war für mich die Sache perfekt. Doch plötzlich erhielt ich ein zweites Angebot, nämlich bei den Johannitern in Schwabach die Dienststelle zu leiten. Da ich ja bereits bei dieser Organisation über ein Jahr "freiberuflich" gearbeitet hatte, blieb ich meiner Leidenschaft treu. So übernahm ich im Jahr 1989 – zunächst für ein halbes Jahr auf Probe und als Leiterin ohne Funktion – die Johanniter Dienststelle im Kreisverband Schwabach-Roth.

Damals wussten Sie ja noch nicht, dass Sie dort vieles bewegen würden.
Das ist richtig. Während meiner 17-jährigen Tätigkeit bei der Johanniter-Unfall-Hilfe, dem größten Ordenswerk des Johanniter-Ordens und mit über 8000 Arbeitnehmern und mehr als 18.000 Ehrenamtlichtlichen die zweitgrößte Hilfsorganisation in Deutschland, mussten wir uns mit den laufenden Veränderungen im Gesundheitswesen, Sparmaßnahmen und schier unendlichem Bürokratieaufwand befassen. Trotz allem waren es für mich 17 bewegte, aufregende, auch faszinierende Jahre, die mich erfüllt und geprägt haben.

Wo lagen in jener Zeit Ihre Tätigkeitsschwerpunkte?
Es gehörten zu meinen Aufgabenbereichen für den Standort Schwabach, Rettungdienst, Katastrophenschutz und Ausbildung aufzubauen. Ebenso galt es, den Behindertenfahrdienst, die ambulante Pflege, Hausnotruf und den Menüdienst einzuführen. Gleichwohl rückten die Aufgabenfelder wie etwa die Neugründung mehrerer Netz-für-Kinder-Einrichtungen, Reisedienst für Senioren und Behinderte sowie “Betreutes Wohnen” in den Mittelpunkt der Tagesarbeit. Schließlich gehörte es zu meinen Pflichten, verschiedene große Baumaßnahmen durchzuführen. In Schwabach war ich verantwortlich für 35 Hauptamtliche und 81 ehrenamtliche Mitarbeiter sowie 39 ehrenamtlich tätige Jugendliche und 12 Zivildienstleistende. Zum Kreisverband zählten 8500 Fördermitglieder und vier Jugendgruppen.

Es gab aber auch schmerzhafte Einschnitte, die Sie in der Organisation vornehmen mussten!
Ja, rund fünf Jahre lang hatte ich heftiges Krisenmanagement zu bewältigen, einhergehend mit Entlassungen. Das waren für keinen der Beteiligten erfreuliche Zeiten. Dennoch musste alles weitergehen. Ich wurde dann zur bayernweiten Projektleiterin zur Entwicklung neuer Märkte und Dienstleistungen ernannt und war als stellvertretende Leiterin des Auslandszentrum Süd der Johanniter-Unfall-Hilfe, von denen es bundesweit nur zwei Zentren gibt, tätig. Und fast "nebenher" war ich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie für die Herausgabe der regionalen Johanniter-Verbandszeitung verantwortlich.

Worauf führen Sie Ihre bisherigen Erfolge im Wesentlichen zurück?
Nun, ich will es mal ohne Koketterie sagen, aber es war eine ganze Portion weiblicher Charme, in Verbindung mit gesundem Menschenverstand, die es mir ermöglichten, all diese Dinge zu bewältigen. Außerdem setze ich stets Prioritäten und versuche, Sachverhalte klar und analytisch zu durchdenken und entsprechend umzusetzen. Zum anderen hatte ich das volle Vertrauen meines Chefs und fühlte mich stets durch den Leitspruch "Vertrauen führt" bei all meinem Handeln inspiriert.

Nach dem Motto "Auf zu neuen Ufern!" – warum haben Sie sich inzwischen beruflich neu orientiert und – worum handelt es sich dabei?
Ich hatte ganz einfach das Gefühl, in den vergangenen 17 Jahren habe ich in der Berufssparte, in der ich tätig war, alles erreicht und ausgeschöpft. Ich habe einen Schlussstrich gezogen und möchte nun Neues anpacken. Der unschätzbare Vorteil liegt dabei darin, dass ich auf langjährige, Berufserfahrung zurückgreifen kann und mein bisheriges, so abwechslungsreiches Arbeitsfeld, in meine neue berufliche Ausrichtung voll mit einbringen
kann. Es ist eben die Erfahrung, die so unglaublich wichtig ist für einen erfolgreichen Neuanfang. Um konkret zu werden: ich habe mich als Beraterin, Trainerin und Coach in München selbständig gemacht und sehe meine Zielgruppe in Führungskräften, Existenzgründern und vor allem in berufstätigen Frauen oder in Frauen, die sich eine berufliche Existenz aufbauen wollen. Ein wesentliches Schwerpunktthema liegt bei Karriere-Coaching für Frauen,
Eigen-PR, Professionelles Networking, Körpersprache – aktive und passive Nutzung im Beruf, Business-Coaching sowie in der Sparte “Der Manager/die Führungskraft als Coach”.

Was ist für Sie besonders wichtig?
Mit offenen Augen und Ohren durchs Leben zu gehen. Gut hinzuhören, was das Gegenüber sagt, um so zu erfassen, was auch hinter den Worten verborgen liegt. Gut Zuzuhören ist besonders in unserer schnelllebigen Zeit – von der wir alle scheint´s zu wenig haben – eine ganz besondere Aufgabe.

Das Interview führte Brigitte Karch©

Weitere Informationen: www.stilla-probst.de