Dr. Claudia E. Enkelmann: “Die meisten Frauen haben keine großen Ziele, dafür sind sie großartig im alltäglichen Lösen von Problemen”


Die gebürtige Lippstädterin (Jahrgang 1968) studierte Psychologie und Soziologie in Deutschland und an der Stanford University, USA. Neben ihrer Seminar- und Autorentätigkeit promovierte sie über das Thema "Höflichkeit in postmodernen Gesellschaften". Zudem absolvierte sie eine Logotherapie- und Hypnotherapieausbildung . Zu ihren schriftstellerischen Schwerpunktthemen gehören Charisma, Liebe und positive Frauenpower. Ihre Werken wurden bereits in sieben Sprachen übersetzt.

Anzeige

Zusammenlebend mit ihrem Dauerverlobten, dem "Königstiger", ihrem Lieblingsmenschen und allerbesten Freund, widmet sie sich eifrig ihren zwei bezaubernden Hundedamen.

Gesundes Selbstbewusstsein, ausgeprägter Wille zu lebenslangem Lernen und jede Menge sprühenden Humors – das sind wesentliche Eigenschaften, die charakteristisch für Dr. Claudia Enkelmann sind. Im Interview mit brikada plaudert die erfolgreiche Trainerin nicht nur über ihren beruflichen Alltag, sondern verrät auch bedeutende Lebensweisheiten, die ihr Handeln bestimmen.

Was hat Sie dazu gebracht, Ihren Beruf als Psychologin auszuüben?
Meine große Leidenschaft für die wichtigsten Fragen des Lebens und die Suche nach Antworten über den Sinn des Lebens und die Geheimnisse des Erfolges.

Über welche charakterlichen Voraussetzungen muss man verfügen, um eine "gute Psychologin" zu sein?
Empathie und Interesse an Menschen. Man sollte sehr viele Biografien studiert haben, um zu begreifen, was alles möglich ist. Ich glaube an das Potenzial von Menschen, denn "Alles ist in uns" und Menschen müssen lernen, das Beste daraus zu machen.

Haben Sie Vorbilder?
Natürlich, Vorbilder sind unverzichtbar. Mein Vater Nikolaus B. Enkelmann ist mein erstes Vorbild, dann kamen dazu: Dr. Elisabeth Lukas, Michele Weiner-Davis, Barbara de Angelis, Ellen Kreidmann, Patricia Fripp, Hillary Clinton, Mutter Theresa, Angela Merkel, Prof. Dr. Rheinfried Pohl, Dr. Robert Schuller, Prof. Gertrud Höhler, und viele, viele andere… Jedes Vorbild hat einzigartige Stärken und es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass auch diese Menschen nicht alles können. Kein Mensch muss perfekt sein, um ein gutes, ja ein großartiges Vorbild zu sein.

Wie sieht bei Ihnen ein "ganz normaler Arbeitstag" aus?
Es gibt keinen normalen Tag: Ein Büro-Tag geht von 10 bis 20 Uhr; ein Seminar-Tag: von 8 von 21Uhr. Es gibt einfach immer etwas zu tun. Da ich neben meiner Autoren- und Trainertatigkeit auch das Institut leite und Herausgeberin unseres Magazins bin, komme ich erst nachts dazu, an neuen Buchprojekten zu arbeiten. Ich habe nie meine Arbeitsstunden oder Trainingstage gezählt.

Was ist Ihnen während Ihrer beruflichen Tätigkeit bislang am besten gelungen?
Menschen zu motivieren, ihren erfolgreichen Weg zu gehen. Ihre Erfolge sind meine Erfolge.

Wie unterscheiden sich Frauen von Männern bei der Lösung beruflicher Ziele und Probleme. Bzw. mit welchen unterschiedlichen Methoden oder Vorgehensweisen gehen Frauen an Problemlösungen heran?
Die meisten Frauen haben keine großen Ziele, dafür sind sie großartig im alltäglichen Lösen von Problemen. Wie gut und unverzichtbar die vielfältigen Fähigkeiten der Frauen im Alltag sind, habe ich in meinem letzten Buch: "Erfolgreich mit den Waffen einer klugen Frau" ausgeführt.

Sie promovierten über das Thema "Höflichkeit in postmodernen Gesellschaften". Da ist das Thema "Werteverlust" brandaktuell. Wie sehen Sie die öffentliche Diskussion dazu?
Diese Arbeit ist nie eingereicht worden und fristet bis heute ein Leben in der Schublade. Darum habe ich eine weitere empirische Forschungsarbeit über die erfolgreichsten Frauen im Vertrieb veröffentlicht. Was die Arbeit so spannend macht, ist die Verbindung einer soziologischen mit der psychologischen Perspektive. Aus dieser Sicht gewinnt man ganz neue Einsichten in die Zusammenhänge.

Sie haben sich auf Probleme moderner Gesellschaften spezialisiert. Welches sind die drängendsten Probleme der Gesellschaft in Deutschland?
Orientierungslosigkeit, abgrundtiefer Pessimismus und Lieblosigkeit. Wir haben ein falsches Verständnis von Selbstverwirklichung. Nicht das eigene Ego sollte Dreh- und Angelpunkt sein, sondern wir brauchen eine Gesellschaft, in der die Menschen für einander einstehen und daraus Kraft und Optimismus schöpfen.

Sie schrieben in einem Ihrer Bücher, dass Männer im Alltag dominanter als Frauen seien, denn Frauen neigen dazu, das eigene Licht unter den Scheffel zu stellen. Was können Frauen konkret tun, um selbstbewusster aufzutreten?
Ein Seminar bei mir besuchen. So etwas muss man trainieren. Doch leider wollen viele Frauen lieber klüger, als besser werden. Selbstbewusstes Auftreten ist eine Kunst und Kunst kommt von Können. Und in dem Moment, in dem die Frauen erleben, dass Sie wirklich etwas können, wächst auch das innere Selbstvertrauen. Ein positiver Prozess beginnt. Darum ist es so wichtig, mit einem wirklich guten Lehrer zu trainieren.

Was raten Sie jungen Frauen, wenn sie vor der Berufswahl stehen?
Analysieren Sie ganz genau ihre Stärken, Ihre Interessen und was Sie am besten können. Orientieren Sie sich nicht nur danach, ob dort das Betriebsklima gut und die Kollegen nett sind, sondern auch danach ob es in diesem Beruf Aufstiegschancen gibt und Sie gutes Geld verdienen können. Es gibt unglaublich viele Berufe, doch über 75 % aller Frauen entscheiden sich für einen der "klassischen Frauenberufe". Frauen brauchen einen Beruf, der zu ihrer Einzigartigkeit passt, sie aber auch im positiven dazu zwingt, sich immer weiter zu entwickeln.

Gibt es Aufgaben, die Sie nicht so gerne machen?
Oh ja ! Putzen: Das kann ich gar nicht, da habe ich einen ganz "schweren genetischen Defekt".

Was unternehmen Sie in Ihrer Freizeit?
Ich verbringe meine Zeit mit meinem Lieblingsmensch, mit der Familie, meinen Hunden und mit meinen
Freunden. Ich gehe gerne ins Theater, entspanne beim Lesen und lerne die Welt durch viele Reisen kennen. Darüber hinaus verbringe ich viel Zeit bei Fortbildungen und Trainings in den USA.

Wollten Sie schon mal den Beruf wechseln?
Nein!

Welche Aufgaben möchten Sie zukünftig noch in Angriff nehmen?
Ich möchte soviel Geld verdienen, dass ich mir ein interdisziplinäres Forschungsteam leisten kann, um noch bessere Antworten zu finden. Die Antworten möchte ich in Form von Büchern der Öffentlichkeit zugänglich machen. Bücher, die die Welt "unbedingt noch braucht".

Nach welcher Philosophie gestalten Sie Ihr Leben?
Nach Epikur (er steht für Lebensfreude) und zudem nach der Devise: Nie aufhören zu wachsen und besser zu werden.

Haben Sie ein Lebensmotto – wie lautet es?
Gemeinsam die Zukunft gewinnen.

Welche Perspektiven sehen Sie für sich im Alter? Bzw. wie wollen Sie ihr Alter gestalten?
So lange wie möglich Nutzen bringen. Ich will in meinem Leben die ganze Welt bereisen und ich habe noch genug Zeit, weil ich noch soooooooooo jung bin. Ich glaube, dass es ganz wichtig ist, ein ganzes Leben lang zu arbeiten. Auch ein Spitzensportler muss ein Leben lang weiter trainieren, sonst verliert er seine Kraft. Auf mich wartet eine bunte, spannende und unglaubliche interessante Zukunft. Was will ich mehr?

Das Gespräch führte Brigitte Karch

Weitere Informationen:
www.claudiaenkelmann.de

(Der Link wurde am 01.05.2009 getestet.)