Anette Jaeger: “Der Umgang mit Menschen ist mir ein großes Anliegen!”


Anette Jäger durchlief zahlreiche Ausbildungsstationen und war in etlichen Hotels tätig. Ihr berufliches Qualifizierungsstreben ist jedoch noch lange nicht erschöpft.

Nach der Mittleren Reife und Ausbildung zur Hotelfachfrau im Münchner Holiday Crowne Plaza war sie von 1994 bis 1996 im Kempinski Hotel Airport als stellvertretende Barchefin tätig. Sie besuchte in dieser Zeit die Cocktail Academy in Dortmund, um sich noch intensiver mit der Materie zu beschäftigen. Doch die gesundheitlich sehr belastende Nachtarbeit und ihre Bedenken, dort in eine unerwünschte Routinearbeit zu verfallen, ließen in ihr den Wunsch entstehen, das Abitur nachzuholen. Dies gelang der strebsamen jungen Frau auch innerhalb von zwei Jahren. Danach arbeitete Anette Jaeger beim Kempinski Hotel Airport im Bereich Verkauf/Marketing.

Doch damit nicht genug: von 1998 bis 2002 studierte sie Betriebswirtschaft an der Hochschule München-Pasing. Bereits während dieser Zeit absolvierte sie ein sehr spannendes, lehrreiches Praktikum bei Siemens in Princeton in den USA.

Bei Siemens in München sammelte Anette Jaeger erste Erfahrungen im Marketingbereich und erstellte dort zum Beispiel Infoblätter, Broschüren und Anforderungsanalysen. In jener Zeit lernte sie viel Neues, doch "irgendwie" zog es sie dann doch wieder in die Hotellerie. Der jungen Frau gelang es, zunächst im Münchner Traditionshotel Vier Jahreszeiten, ein Haus, das zur Kempinski-Gruppe zählt, im Verkaufsbereich anzufangen. Einige Zeit konnte sie im Kempinski Hotel Airport München in der Marketingabteilung tätig sein. Da es sich dabei allerdings um einen zeitlich befristeten Posten wegen einer Schwangerschaftsvertretung handelte, musste Anette Jaeger nach zwei Jahren erneut einen Wechsel vornehmen. Ihre damalige Kollegin und Mentorin, Birgit Abate-Darga, empfahl ihr, an der Akademie der Bayerischen Presse einen Journalismus- und PR-Kurs zu absolvieren.

Nach einem anschließenden fünfmonatigen Intermezzo in der Therme Erding, ein Betrieb, der wie ein Hotel geführt wird, bewarb sich Anette Jaeger Ende 2006 beim 5-Sterne Haus The Charles Hotel in München und ist dort seither mit viel persönlichem Einsatz als PR-Managerin tätig.

Ein neues Haus wie das The Charles Hotel – da gibt es doch sicherlich Möglichkeiten, manche Dinge selbst bestimmend einzuführen?
Na ja, ganz so ist es nicht. Viele Anweisungen kommen von der Hauptzentrale in London. Dennoch, ich selber, und das war neu für mich, musste alles neu aufbauen und neu strukturieren, und zwar so, dass Maßstäbe gesetzt werden und nicht etwa eingefahrene Strukturen entstehen.
Zudem stelle ich das Presseanzeigenbudget auf und erarbeite jedes Jahr einen Medienplan.

Darüber hinaus arbeite ich zweigleisig, das heißt ich gebe Presseinformationen heraus, vermittle Interviews zwischen Medien und Ansprechpartnern hier im Haus und pflege Kontakte zu Pressevertretern und bin ständig auf der Suche nach interessanten Kooperationspartnern. Zum anderen bin ich im Marketingbereich tätig.

Welche beruflichen Herausforderungen stellen sich derzeit für Sie?
Nun, es ist für unser Haus wichtig, unsere gastfreundliche Herzlichkeit in der Öffentlichkeit sichtbar darzustellen. Wir wollen, dass vor allem die Münchner unser Restaurant noch mehr als "den Italiener um die Ecke" für sich entdecken. Hier kann man sehr gut essen und trinken und gute Gespräche führen. Und nicht zuletzt sorgt unser außergewöhnlicher Spa-Bereich für ein absolutes Wohlfühlerlebnis.

Sie haben nicht nur das Abitur nachgeholt, ein Betriebswirtschaftsstudium "drangehängt" sowie zahlreiche Weiterbildungsangebote gemacht, zudem waren Sie in zahlreichen Häusern zum Teil in leitenden Positionen tätig, wie beurteilen Sie rückblickend Ihren beruflichen Lebensweg?
Es ist wirklich nicht ganz einfach, Arbeit und Studium bzw. Weiterbildung miteinander zu verbinden. Es sind zwei unterschiedliche Welten. Wenn ich so um mich blicke, dann sind meine Kolleginnen und Kollegen aufgrund meiner Studienzeiten im Durchschnitt inzwischen etwa fünf Jahre jünger als ich.

Dennoch wollen Sie weiterstudieren und den MBA (Master of Business Administration) erreichen.
Richtig! Meine Eltern sind recht skeptisch, auch schon als ich damals das Abitur und das BWL-Studium machte. Im Nachhinein fanden sie es allerdings ok. Demnächst möchte ich ein Jahr "Auszeit" nehmen, um mich in absehbarer Zeit erneut dem Studium zuwenden und fachlich weiter zu qualifizieren. Nebenher werde ich arbeiten, denn das Studium muss ja "irgendwie" finanziert werden.

Was versprechen Sie sich davon, wenn Sie den MBA in der Tasche haben?
Der MBA versetzt mich in die Lage, mich in Marketing, Verkauf, Strategieentwicklung, Sprachen oder auch in der Persönlichkeitsentwicklung zu qualifizieren. Als Akademikerin mit MBA-Studium habe ich die Chance, beispielsweise in der Kettenhotellerie mit 4.000 Mitarbeitern tätig zu werden. In der Hotelbranche ist man ja durchaus der Meinung, dass man mit einem qualifizierten Studienabschluss bessere Chancen hat, in Führungspositionen zu gelangen.

Welche Perspektiven sehen Sie für sich im Alter?
Ich möchte entweder im Hotelbereich bleiben oder als Dienstleister für die Hotellerie tätig werden. Vielleicht werde ich als Betreuerin für mehrere Hotels beratend tätig werden. Das wäre eine Riesenaufgabe und eine echte Herausforderung für mich.

Das Gespräch führte Brigitte Karch