Krimiautorin Kerstin Fielstedde und Brikada-Mitarbeiterin Doris Losch im Gespräch mit Katzen-Agentin Indy

Münster/München. – Frau Fielstedde, Sie sind geschäftsführende Gesellschafterin eines Instituts für identitätsbasierte Markenführung … was immer das heißen mag, aber im wahren Leben Geheimnisträgerin und Vertraute des KGB, des für Gerechtigkeit und das Gute kämpfenden Katzen-Geheim-Bundes. Dieser operiert weltweit, wie Ihr soeben in Neuauflage erschienener und überarbeiteter Katz-und-Maus-Krimi „Kamikatze“ authentisch darstellt. Wann sind Ihnen die iCats und ihre Agentin Indy zum ersten Mal über den Weg gelaufen?

Kerstin Fielstedde: In der Tierklinik. Nachdem sich Indy wieder einmal mit einem Sprung aus großer Höhe um Kopf und Kragen brachte, habe ich mich gefragt: „Warum nur bringt die Katze ständig so verrückte und selbstmörderische Stunts? Da habe ich genauer hingeschaut und Ihre Agententätigkeit enttarnt. Als sie ihrem Bruder Ian auch noch zu Weihnachten die Pfote mit einem Blumentopf gebrochen hat, waren die iCats geboren.

Unterbrochen von Indy:

Ian ist aber auch selber schuld. Ständig versucht er mir zu vorzuschreiben, wo es langgeht. „Tu dies, lass das …“ Nur weil er größer und stärker ist, braucht er nicht zu glauben, dass er der Alphakater ist. Ich bin viel schneller als er. Da kriegt er einfach eine gewischt, wenn er mir auf die Nerven geht. Wir iCats fackeln nicht lange.

Die Marke iCats ist beim Amt der EU für geistiges Eigentum angemeldet. Dürfen wir das so interpretieren, dass der KGB jetzt die Samtpfötchen auch in Brüssel und Straßburg im Spiel hat? 

Kerstin Fielstedde:

Völlig richtig. Die iCats sind ein interkatzionales Team mit einer Minensuchratte aus Afghanistan, einem Spatz aus Afrika und sogar einem halben Guerilla-Regenwurm aus dem Untergrund. Maine Coon-Katzen stammen aus Nordamerika und Kater Maxim, Ians bester Freund, kommt aus Norwegen. Indy mag ihn sehr gern …

Unterbrochen von Indy:

Das stimmt ja gar nicht! Der Kerl kann mir gestohlen bleiben. Ein blöder Albino, hässlich wie die Nacht. Völlig ungehobelt, ohne Manieren. Ständig nennt er mich „Püppi“. Ich hasse das. Eine Katzen-Geheim-Bund-Agentin wie ich verlangt Respekt!

Außerdem arbeitet der KGB eng mit dem BND zusammen, dem Bund Neugieriger Dobermänner! Wie kam es denn zu dieser Kooperation zwischen Hund und Katz‘?

Kerstin Fielstedde:

Schuld ist eigentlich Honeyball, der geheime Leithund des BND. Als Modezar in Tarnexistenz hält er nichts von der harten Linie. Er ist durch und durch Diplomat. Indy und er kennen sich, seit das Handy der Kanzlerin von der NSA abgehört wurde. Sie haben das meines Wissens gemeinsam geklärt.

Unterbrochen von Indy:

Weiß doch jeder, dass die Nachtragendsten Schnüffler Amerikas – alles Bluthunde – selbst vor Freunden nicht halt machen. Darum geht es aber erst in Band zwei unserer Katzenkrimi-Serie. Das unterliegt dem absoluten Geheimhaltung-Status beim KGB. Da halte ich meine Krallen sauber.

Welche Freiheiten genießen Ihre Katzen bezüglich kulinarischer Vorlieben und dem Anfertigen von Kunst-Installationen mit Krallenmuster z.B. an Antiquitäten und wertvollen Polstermöbeln?

Kerstin Fielstedde:

ja, da sind die Katzen wirklich sehr kreativ. (Seufzt.) Indy hat sämtlich Stühle unsere Sitzgruppe mit einem individuellen Loch- und Kratzmuster verziert …

Lautstark unterbrochen von Indy:

Die sahen ja auch echt scheiße aus. Völlig steril, ohne Geruch und Leben im Material. Da musste sich ja jemand erbarmen, damit die Hütte wohnlich wird. Außerdem mag ich das Geräusch von reißendem Leder. Herrlich. Klingt wie Musik in meinen Ohren.

Der Pianist Raphael Cheng hat eigens für die iCats wunderbaren Katzenmusikswing komponiert. Wie ist die Meinung der Katzen dazu? So bezüglich „wiggle the butt“, wie die amerikanischen Katzen-Buddies zu maunzen pflegen, schwing den Po!

Kerstin Fielstedde: …

Indy:

Raphael hatte sich damals natürlich auf den ersten Blick in mich verliebt und bestand darauf, mir „Rhapsodie für eine Heldin“ auf den Leib zu komponieren. Für einen Dosenöffner hat er es schon ziemlich drauf, muss ich sagen. Genau mein Style, seine Musik. Gut zum chillen, schnurr.

Die Welt wird, glaubt man der menschlichen Meinung, derzeit immer unübersichtlicher und gefährlicher. In wie weit kann der KGB zur Stabilisierung beitragen?

Kerstin Fielstedde:

Katzen bringen Ruhe ins Leben. Normalerweise …

Unterbrochen von Indy:

Ohne mich und den Katzengeheimbund wäre Deutschland verloren. Zum Beispiel klären wir endlich die großen Bauskandale auf. Frag mich mal, warum der Flughafen Berlin Schönefeld nicht läuft! Ich habe die Ursache gefunden. Genauso wie für Stuttgart 21 und den Einsturz des Kölner Stadtarchivs. Was meinst du, warum die versucht haben, mich in einer Tierversuchsanstalt maultot zu machen? Wir informieren die Zweibeine was läuft, wenn sie echte Probleme haben.

Schließlich noch eine Frage, die unsere Leserinnen bzw. ihre felinen Freundinnen besonders interessiert: was ist das Geheimnis deines unergründlichen Blicks und der feucht-schimmernden Katzenaugen. Benutzt du am Ende Augentropfen? Oder Belladonna???

Mensch Dosi. Belladonna. Haha, mit Tollkirschen bringt man Gegner um. Pfoten weg. Der KGB würde sowas natürlich nie tun. Nein, ich verrate dir mein Geheimnis: Du musst den Kontrahenten anstarren, bis er in die Knie geht. Das ist wie Schach. Wer zuerst wegschaut, hat verloren. Ich gewinne immer, ohne mit der Wimper zu zucken. Anschließend lach ich mich schlapp. Da bleibt kein Auge trocken.

 

Stiert die Interviewpartnerin unverwandt an.

Vielen Dank für das Gespräch!

Kein Thema, Zweibein. Ich muss wieder los – die Welt retten …

Die Fragen stellte Brikada-Mitarbeiterin Doris Losch

 

Weitere Informationen:
www.icats.de/autorin

Titelbild: Kerstin Fielstedde und Katze Indy vor dem Titelbild Kamikatze, erschienen im Emons Verlag