Frank Berzbach/ Saskia Wragge: Die Sprache der Schuhe

Zürich. – Menschen und Schuhe bilden seit Urzeiten eine Symbiose. Ötzi stapfte in selbstgebastelten Tretern aus Tierfell und getrocknetem Gras umher, die alten Römer waren da schon eleganter mit den heute noch hippen Römersandalen. Highheels und Doc Martens kamen erst viele Jahrhunderte später.

Das 20. Jahrhundert im Spiegel der Schuhmode ist das Thema von „Die Sprache der Schuhe“.

Seit dem 20. Jahrhundert drückt das Schuhwerk unseren speziellen individuellen Geschmack und sogar Neigungen und Weltanschauung aus, die Zugehörigkeit zu Subkulturen und die Vorliebe für Musikrichtungen. Kein Wacken-Besucher etwa ohne Dr. Martens 8-loch.

Ballerinas werden leicht bespöttelt – sie verwandelten erwachsene Frauen wieder in Mädchen, meckert Autor Berzbach. Birkenstock-Sandalen wurden 1774 erstmals von einem Schuhmachermeister mit Namen Birkenstock gefertigt und verbinden heute Chefärzte mit Pflegepersonal und seien die Flip-Flops der Intelligenzija.

Weiter zieht Berzbach ironisch u.a. her über Adidas Samba, Camper Pelotas, Camel Boots Havanna, Clogs, Militärstiefel-Imitate, Trekkingsandalen, Haferlschuhe, Zwiegenähte Bergstiefel, Cowboystiefel, Espadrilles …

Auch Papst Emeritus Benedikts von Adriano Stefanelli gefertigte berühmte rote Schuhe aus feinstem Leder mit Stilanleihen an die Renaissance bleiben nicht unerwähnt.

Brikada-Empfehlung: Amüsante Lektüre für alle, die Schuhe lieben. Wer tut das nicht!
Autorin: Doris Losch

Saskia Wragge (Zeichnungen)/Frank Berzbach (Text): „Die Sprache der Schuhe“, Leinen mit Lesebändchen, 128 Seiten, Euro 17.90, ISBN 978 3 0387 6118 1, erschienen in der Midas Collection, Zürich.

Weitere Informationen:
www.midas.ch