Stiftung Universität Hildesheim: Kulturvermittlung – wen erreicht sie, wen nicht?

Auf der Konferenz der Kulturloge Berlin und der Uni Hildesheim erörtern kürzlich Experten über Zugangsbarrieren zu kulturellen Angeboten. Sie werteten empirische Erkenntnisse über kulturelle Teilhabe etwa von jungen Menschen, von Menschen mit geringen Einkünften, mit Migrationserfahrungen und Behinderung aus.

Kulturvermittlung – das können Museumsführungen und Workshops sein. Oder mediale Formen, etwa Apps, Computerspiele und Schautafeln. Herkömmliche Formen der Kulturvermittlung wie Führungen und Publikumsgespräche erreichen jedoch vor allem ohnehin an Kultur Interessierte.

Um das Interesse an kulturellen Angeboten zu fördern, wäre es denkbar, stärker in Stadtteile zu gehen, in denen sozial benachteiligte Menschen mit geringeren Einkünften leben, sagte Birgit Mandel, Professorin für Kulturmanagement und Kulturvermittlung an der Universität Hildesheim. Auch Schulaufführungen könnten in Kultureinrichtungen stattfinden, um erste Zugänge zu schaffen. Notwendig sei, so Mandel, vor Ort die Bevölkerung zu fragen: Was sind eure kulturellen Interessen?

Die Kulturloge Berlin setzt sich seit 2010 aktiv für kulturelle Teilhabe ein, indem sie nicht verkaufte Kulturplätze kostenlos an Menschen mit geringem Einkommen vermittelt. Im persönlichen Telefongespräch werden sie beraten und informiert. Etwa 7.200 Menschen nutzen derzeit das kulturelle Angebot der gemeinnützigen Initiative, die von 300 Kulturpartnern und 130 sozialen Partnern unterstützt wird.

Seit 1978 bietet die Universität Hildesheim mit ihren kulturwissenschaftlichen Studiengängen den ältesten und größten Ausbildungsbereich der außerschulischen Kulturvermittlung in Deutschland an. Besonders ist die Anbindung an die Künste. An der Hildesheimer Uni lehren Professoren für Kulturpolitik, Kulturmanagement und Kulturelle Bildung.

Quelle: Uni Hildesheim

Weitere Informationen:
www.kulturvermittlung-online.de
www.uni-hildesheim.de

Titelbild: Birgit Mandel von der Uni Hildesheim untersucht, warum manche Menschen selten klassische Kultureinrichtungen besuchen – und welche Interessen sie stattdessen verfolgen. Foto: Universität Hildesheim