NRW Familienministerium: Noch immer untypisches Bild von Unternehmerinnen


Ausgewertet wurde dabei die Berichterstattung über Gründerinnen und Unternehmerinnen in der Tagespresse in dem Zeitraum von 1995 bis 2004. Die Ergebnisse der Analyse mit dem Titel "Süßes Leben mit bitteren Noten" wurden kürzlich veröffentlicht.

Unternehmerinnen in Deutschland: hart arbeitende, blendend aussehende Power-Frauen, die sich nebenbei noch um Haushalt und Kinderbetreuung kümmern. Dass dieses Bild selbständiger Frauen nach wie vor existiert, belegt die Diskursanalyse zum Unternehmerinnenbild in Deutschland, die Frauenminister Armin Laschet kürzlich in Düsseldorf vorstellte. Laschet: "Obwohl sich immer mehr Frauen selbstständig machen, liegt ihr Anteil mit rund 28 Prozent noch weit unter dem männlicher Unternehmer." Die Gründe für die geringere Gründungsbeteiligung von Frauen seien vielfältig. Ein Grund sei auch das in der Öffentlichkeit transportierte Bild der Unternehmerin mit dem sich Frauen häufig nicht identifizieren können.

Das nordrhein-westfälische Frauenministerium hat deshalb die Universität Siegen beauftragt, die Berichterstattung in der Tagespresse zu analysieren. Über den Zeitraum von 1995 bis 2004 wurden Artikel aus sieben verschiedenen Tageszeitungen (Berliner Zeitung, Bild-Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Neues Deutschland, Süddeutsche Zeitung, die tageszeitung, Welt) untersucht, die von Gründerinnen und Unternehmerinnen berichteten. Ein Ergebnis dieser Diskursanalyse ist, dass das Unternehmerinnen-Dasein in Deutschland immer noch etwas Besonderes ist.

Unternehmerinnen werden nach wie vor an einer männlich orientierten Norm gemessen. Sie sind hart arbeitende Power-Frauen, die Enthusiasmus, Energie und Härte zeigen, schlau sind, es geschafft haben und eben auch noch gut aussehen. Laschet: "Kurz gesagt, Unternehmerinnen sind wahre Superfrauen, die ihre ‘Frau’ in einem männerdominierten Bereich stehen. In der medialen Darstellung ist das Unternehmerinnentum an sich noch viel zu häufig Nebensache, die Vielseitigkeit und die Erfolge weiblichen Unternehmertums kommen bei der Darstellung meist zu kurz."

Weibliches Unternehmertum stelle aber einen nicht zu verachtenden Wirtschaftsfaktor dar, so Laschet weiter. Frauenunternehmen fallen in der Regel auf Grund ihrer Beschäftigtenzahl und ihres Umsatzes in die Kategorie der kleinen und mittleren Unternehmen. Gerade diese kleinen und mittleren Unternehmen stellen aber den Motor für die europäische Wirtschaft dar, denn sie generieren zwei Drittel des Bruttoinlandsprodukts der Europäischen Union. Minister Laschet: "Auf diese Wirtschaftskraft kann unser Land aber nicht verzichten. Eine objektive Berichterstattung über Gründerinnen und Unternehmerinnen kann dazu beitragen, Frauen stärker für die Selbständigkeit zu begeistern".

Quelle: Nordrhein-westfälisches Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration

Weitere Informationen: www.mgffi.nrw.de/frauen. Dort lässt sich die Diskursanalyse "Süßes Leben mit bitteren Noten" direkt herunterladen (pdf).

(Der Link wurde am 21.12.2006 getestet.)