Go! Gründungsnetzwerkes NRW: “Die Rolle der Unternehmer-Ehefrauen beim Übergabeprozess” (Nachbericht)


Diesmal ging es nicht um erfolgreiche Unternehmerinnen, nicht um Karrierefrauen im Top-Management, es ging um Ehefrauen von Unternehmern und ihre eher versteckte Rolle im Prozess der Unternehmensübergabe. Die Unternehmer-Ehefrauen sind die heimischen Manager der Unternehmensnachfolge, die die familiären Bedürfnisse mit den Anforderungen des Unternehmens in Einklang bringen müssen.

An dem Hintergrundgespräch nahmen teil: Unternehmer-Ehefrauen: Dorothea Apolte (Maler-Betrieb, Übergabe konnte nicht wie geplant erfolgen), Essen; Maria van den Houten (Maler-Betrieb, Übergabe bereits erfolgt, Vermietung an Mitarbeiter), Haltern am See; Ursula Klotz (Maler-Betrieb, Übergabe soll in vier Jahren erfolgen), Essen; Gisela Pannenbecker(Tischler-Betrieb, Übergabe ist vor drei Jahren erfolgt); Kaarst; Karin Peters (Elektro Peters, Ehemann hat elterlichen Betrieb übernommen), Essen.

Expertinnen und Experten: Karin Peters Doppelfunktion), Vorsitzende des Landesverbandes Unternehmerfrauen im Handwerk NRW (UFH), Essen; Claudia Schulte, Handwerkskammer Düsseldorf, Beratungszentrum Ruhr, Oberhausen; Maria Wirtz, TMS Unternehmensberatung AG, Köln – Hamburg ” München, Köln, sowie Dr. Ulrich Cichy, Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, Kompetenznetz Unternehmensnachfolge NRW, Düsseldorf.
Rational betrachtet ist alles ganz einfach: zur Zukunftssicherung eines Unternehmens gehört die rechtzeitige Planung der Betriebsnachfolge. Emotional betrachtet allerdings geht es um den Abschied vom Lebenswerk ” und der ist alles andere als einfach. Nur wer rechtzeitig “loslässt”, handelt unternehmerisch und verantwortungsvoll, weil er vorausschauende Zukunftssicherung für Familie und Beschäftigte im Unternehmen betreibt.

Oft wird der rechte Zeitpunkt für die Übergabe an einen Nachfolger verpasst. Unternehmen müssen schließen oder können nicht mehr im vollen Umfange weitergeführt werden. Der Inhaber eines Unternehmens erhält zudem nicht den Kaufpreis, den er für die Sicherung seiner Altersvorsorge geplant hat. Noch kritischer ist die Situation, wenn Krankheit oder andere Umstände völlig unvorbereitet eine Nachfolge erzwingen.

In rund 78.000 nordrhein-westfälischen Unternehmen steht in den nächsten fünf Jahren ein Generationswechsel bevor. Das betrifft jede neunte der rund 721.000 mittelständischen Firmen in NRW. Bei 20.000 Unternehmen ist die Übergabe nach Untersuchungen des Instituts für Mittelstandforschung Bonn (IfM) noch ungeklärt. Die Zukunft dieser Betriebe ist unsicher. Ein Problem, das in nächster Zukunft auch oder gerade mit Hilfe der Unternehmer-Ehefrauen gelöst werden muss.

Wie kann man diese problematische Situation im Bereich der Unternehmensnachfolge lösen? Welchen Beitrag können Unternehmer-Ehefrauen im Prozess der Übergabe leisten? Welche Rollen müssen sie dabei einnehmen? Alles Fragen, die im Rahmen einer rechtzeitigen und erfolgreichen Nachfolgeregelung geklärt werden müssen.

Hintergrund:
Go! Gründungsnetzwerk NRW
Die Go! wurde im Herbst 1995 als Gemeinschaftsaktion von Land und Wirtschaft ins Leben gerufen. Partner des Gründungsnetzwerk NRW Go! sind Landesregierung, Kammern, Einrichtungen der Wirtschaftsförderung, Förderbanken, Arbeitsverwaltung, Gewerkschaften, Hochschulen, Technologiezentren, Schulen u.v.m.

Go! versteht ich als Dienstleistungsangebot für Gründerinnen und Gründer sowie junge Unternehmen mit einem weiten Themenspektrum: Neben Angeboten rund um die Gründung gibt es zum Beispiel auch Unterstützung, wenn ein Unternehmensnachfolger gesucht wird, Beratung bei der Gründungs- und Wachstumsfinanzierung sowie Hilfe, wenn junge Unternehmen in Schwierigkeiten geraten.
Weitere Informationen: Service-Center-Mittelstand: Tel. (0180)1301300, www.go.nrw.de sowie Dr. Ulrich Cichy vom NRW-Wirtschaftsministerium: ulrich.cichy@mwme.nrw.de

(Der Link wurde am 11.12.2006 getestet.)