IT-Ausbildung bietet gute Startchancen


Nach wie vor bestehen bei Frauen und Männern Unterschiede in der finanziellen Entlohnung. Dies besagt die aktuelle Studie "IT-Ausbildung – und was dann?".

Bundesweit erstmalig untersucht die Studie "IT-Ausbildung – und was dann?" den Übergang von Frauen und Männern von einer IT-Ausbildung ins Erwerbsleben. Die im Rahmen der Studie befragten Absolventinnen und Absolventen sehen ihre IT-Ausbildung als gute Basis zur weiteren beruflichen Entwicklung. Trotzdem würden Frauen in den neuen Berufen benachteiligt, so Ulrike Struwe vom Kompetenzzentrum Technik – Diversity – Chancengleichheit e.V. und Projektleiterin der Studie. Das zeigen die Befragungsergebnisse. Danach mündet das Überschreiten der sogenannten zweiten Schwelle im Anschluss an eine IT-Ausbildung für 86,3 Prozent der Frauen, aber mit 92,4 Prozent für deutlich mehr Männer in eine Vollzeittätigkeit. Ein wesentlich geringerer Teil arbeitet in Teilzeit. "Hervorzuheben ist", so Struwe, "dass mehr Frauen als Männer dies nicht auf eigenen Wunsch tun." Zudem werden mehr Männer als Frauen unbefristet beschäftigt. Mit Blick auf die finanzielle Entlohnung zeigt sich ein ungleiches Verhältnis zwischen Frauen und Männern zugunsten der Männer. Dies gilt auch, wenn man den erhöhten Anteil der Teilzeitbeschäftigung von Frauen berücksichtigt.

Barbara Schwarze, Vorstandsvorsitzende vom Kompetenzzentrum Technik – Diversity – Chancengleichheit e.V., betont in diesem Zusammenhang: "Frauen legen den Fokus der Ausbildung auf Kommunikation und Technik. Männer sehen nach wie vor eher nur den technischen Aspekt. Die Einstellung zu Technik hat sich allerdings bei Frauen und Männern angenähert. Im Vergleich zu einer Studie des Kompetenzzentrums von 2004 sagen heute mehr Frauen, sie haben mit ihrer IT-Ausbildung ihr Hobby zum Beruf gemacht." Barbara Schwarze ergänzt: "Bei zukünftigen Übernahmen der Prüflinge in einen Betrieb sollte darauf geachtet werden, dass beide Geschlechter in Hinsicht auf Umfang, Befristung und Gehalt gleiche Bedingungen erhalten.”

Die Studie zeigt, dass dort die Übernahmequote tendenziell höher ist, als in anderen dualen Ausbildungsberufen", meint Jürgen Gallmann, Vorsitzender der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland und stellvertretender Vorsitzender der Initiative D21. "IT-Fachleute werden nicht nur im Sektor der Informations- und Kommunikationstechnologie gebraucht, sondern auch in allen anderen Branchen und im öffentlichen Dienst." Positiv bewerten sowohl Betriebe als auch Auszubildende die betriebliche Projektarbeit, das neue zentrale Element der Abschlussprüfung. Sie wurde im Zuge der Neuordnung der IT-Berufe 1997 eingeführt. "Die Umsetzung wurde von den ausbildenden Betrieben sehr gut bewältigt", resümiert Ludwig Georg Braun, Präsident des DIHK. "Die Studie zeigt, dass gerade Frauen in diesem Bereich besonders gut abschneiden. Das freut uns, da wir mehr Frauen für die IT-Berufe gewinnen wollen. Wir müssen den Zusammenhang von sozial-kommunikativen Fähigkeiten und Technik in diesen Berufen stärker betonen."

Hintergrund:
Die Studie "IT-Ausbildung – und was dann?" entstand in Kooperation des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), der Initiative D21 und des Kompetenzzentrums Technik – Diversity – Chancengleichheit e.V. und wurde von Juni bis August 2005 durchgeführt. An der Online-Befragung nahmen 1.048 Frauen und Männer teil, die im Sommer 2005 ihre Prüfung in einem IT-Beruf abgelegt haben. Die Studie erscheint im April 2006 in der Schriftenreihe des Kompetenzzentrums Technik – Diversity – Chancengleichheit e.V.

Weitere Informationen:
https://www.kompetenzz.de/vk06/features/s_h1

(Der Link wurde am 24.04.2006 getestet.)