260 Absolventen haben sich an der MVHS auf einen Schulabschluss vorbereitet, auch junge Flüchtlinge

München. – Freude auf der ganzen Linie:  Rund 260 Absolventinnen und Absolventen haben sich an der Münchner Volkshochschule (MVHS) auf einen Schulabschluss vorbereitet – auch junge Flüchtlinge. Dass sie immer länger auf eine Arbeitserlaubnis warten müssen, frustriert viele von ihnen.

Nikolina Pavlinović freut sich auf ihre Ausbildung, denn ihre Arbeitgeberin kennt sie schon aus erster Hand: Nachdem sie sich im Projekt „Starten statt warten“ an der Münchner Volkshochschule auf ihren Mittelschulabschluss vorbereitet hat, beginnt sie im Herbst eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement – ebenfalls an der MVHS. „Ich habe hier gesehen, wie hilfsbereit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind, wenn man Unterstützung braucht“, sagt die 18-Jährige.

Vor rund einer Woche hat Nikolina Pavlinović im MVHS-Haus in der Einsteinstraße 28 das Zeugnis für ihren nachgeholten Schulabschluss entgegen genommen – zusammen mit rund 260 weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Schulabschluss-Lehrgänge sowie der MVHS-Projekte „Starten statt warten“ und „Flüchtlinge in Beruf und Schule“ (FlüB&S).

Unter den Absolventinnen und Absolventen ist auch Lilian Richter. Die 17-Jährige erhielt ihr Zeugnis für den Qualifizierenden Hauptschulabschluss. Nach einem Jahr im „International Munich Art Lab“ (IMAL) möchte sie auch noch den Realschulabschluss nachholen und dann einen kreativen Beruf zum Beispiel im Bühnenbau oder im Bereich Inneneinrichtung ergreifen.

 

Dr. Susanne May, MVHS-Programmdirektorin, sagte in ihrer Rede: „Die Münchner Volkshochschule ist seit jeher ein Ort der zweiten Chance. Sie haben diese Chance sehr erfolgreich genutzt.“ Allein von den 60 Teilnehmern des Projekts FlüB&S und den 42 Teilnehmern des Projektes ‚Starten statt Warten‘ haben 90 Prozent ihre Abschlussprüfungen bestanden.


Die Unsicherheit nimmt zu

Die Freude über die langjährige erfolgreiche Arbeit im Projekt FlüB&S trübt in letzter Zeit immer öfter Verunsicherung, ob die jungen Geflüchteten eine Ausbildung beginnen können. Denn viele warten zunehmend länger oder sogar vergeblich auf eine Beschäftigungserlaubnis. Diese Entwicklung setzt sie unter Druck und bewegt immer mehr von ihnen zum Abbruch des Lehrgangs. „Diese Situation belastet und konterkariert unsere pädagogische Arbeit, sie verunsichert die Jugendlichen ebenso wie die Ausbildungsbetriebe, die gern in ihre Ausbildung investieren würden“, ergänzt Susanne May.

Neues Bildungszentrum der Münchner Volkshochschule GmbH, Einsteinstraße 28, 81675 München; Raupach Architekten Partner GmbH, Elsässer Straße 27, 81667 München. Innenhof Einstein 28 Foto ©MVHS/ Markus Tollhopf

Neue Kurse starten im Herbst

Im September starten die neuen Lehrgänge für nachholende Schulabschlüsse an der MVHS. Teilnehmer können sich in Tages- oder Abendlehrgängen auf den Erfolgreichen oder Qualifizierenden Abschluss der Mittelschule sowie auf den Mittleren Schulabschluss und die Mittlere Reife vorbereiten. Anfang September finden Infoveranstaltungen beziehungsweise Einstufungstests statt. Wichtigster Förderer der Schulabschluss-Lehrgänge ist das Referat für Bildung und Sport der Landeshauptstadt München.

Das Projekt „Starten statt warten“ bereitet junge Migrantinnen und Migranten auf den Mittelschulabschluss vor und ergänzt das Schulwissen durch intensiven Deutsch-Unterricht sowie berufliche Kenntnisse, beispielsweise im EDV-Bereich. Es wird gefördert aus Mitteln des Sozialreferats der LH München, Amt für Wohnen und Migration, sowie des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus.

Lernen für das Leben

Das Projekt „Flüchtlinge in Beruf und Schule“ (FlüB&S) richtet sich vor allem an junge Geflüchtete und ergänzt die – je nach Bildungsvoraussetzungen ein-, zwei- oder dreijährige – Vorbereitung auf den Schulabschluss ebenfalls mit Deutsch-Unterricht, aber auch mit Praktika zur beruflichen Orientierung. FlüB&S wird gefördert aus Mitteln des Sozialreferats der LH München, Amt für Wohnen und Migration.

In allen Lehrgängen und Projekten stehen erfahrene Sozialpädagogen den Lernenden zur Seite und unterstützen sie nicht zuletzt bei der Planung ihrer beruflichen Zukunft.

Die MVHS-Lehrgänge und -Projekte finden im modern ausgestatteten und gut erreichbaren Haus der Jugendprojekte in der Orleansstraße 34 statt.
(Quelle: MVHS)

Weitere Informationen:
www.mvhs.de

Titelbild: v.l.: Lilian Richter, Tara Chandel, Larissa Skubin (hinten), Shivan Shamo Selo (vorn), Mohamed Barre, Mohammad Mazen Shebrok, Nikolina Pavlinović, Mohammad Haidar (hinten), Masha Abubakar (vorn). Foto ©MVHS/Peter Neusser