5. Frauennetzwerk-Foodservice: Weibliche Karrieren in der Ernährungsbranche

Frankfurt. – Das Frauennetzwerk-Foodservice e.V. richtete das hochkarätig besetzte Karriere-Symposium für Frauen aus der Food-Branche zum fünften Mal aus. „Erfolgreicher denn je!“ freute sich Annette Mützel, Vorstandsvorsitzende des Netzwerks. Einmal im Jahr lädt das Netzwerk in Frankfurt am Main zum direkten Austausch mit Managerinnen und Führungskräften aus Gastronomie und Ernährungsbranche.

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Highlight-Speakerin Bibiana Steinhaus motivierte auch oder gerade wegen ihrer Doppelrolle als Polizeibeamtin und Bundesliga-Schiedsrichterin: „Man kann alles erreichen, wenn die Leistung stimmt! Aber ohne Netzwerk geht es nicht.“ so ihr Credo. „Überlege dir, was dein Boot zum großen Ziel schneller macht und dann habe den Mut, diese Entscheidung zu fällen und den Weg konsequent zu gehen!“ Dazu passend auch ihr Rat „Nimm’ ruhig eine Nummer größer – du wirst schon reinwachsen!“

Stark verhandeln, schlagfertig reagieren, das war Thema von Anna Engers, Inhaberin der Beratungsagentur diventure, Frankfurt. „Schlagfertigkeit, eine schnelle, treffende und gute Reaktion auf eine spitze Bemerkung kann ‚frau’ mit einigen Tricks trainieren. Statt dem schnell dahingesagten ‚aber’ machen Worte wie ‚bloß’, ‚und’ und ‚nur’ das Gespräch entspannter; der Ausdruck ‚gerade weil’ und die bezugnehmende Rückfrage helfen dem Scharfsinn ebenfalls auf die Sprünge. Eine gute Vorbereitung, die Aussage an sich und Haltung müssen natürlich trotzdem stimmig sein.“

Andrea Och, Geschäftsführerin von Och Consulting, führte dem Publikum für den Erfolg ein Dreigestirn aus Leistung, Sichtbarkeit und Netzwerk vor Augen. „Frauen tun sich nicht mit Leistung schwer – im Gegenteil. Jedoch hat das gute, wohlwollende Netzwerken mit 60 Prozent die größte Bedeutung, wenn es um das Thema Karriere geht. Ohne Sicht- und Hörbarkeit geht es allerdings auch nicht, dies fällt mit etwa 30 Prozent ins Gewicht. Die Leistung, auf die Frauen meist ihren Schwerpunkt setzen, ist ohne Beziehungen und Präsenz deutlich drittrangig und macht im Fortkommen lediglich 10 Prozent aus.“

„Miteinander füreinander“, das ist seit Startschuss der Initiative das übergreifende Motto der Netzwerkveranstaltungen für Frauen der Foodservice-Branche. Auf dem ausverkauften Forum Ende April 2018 trafen mehr als 200 motivierte und engagierte Powerfrauen aufeinander. Das Ziel: Kontakte, Synergien, Motivation, Unterstützung, Bestätigung – und jede Menge Spaß.

„Be a wingwoman!“ Die sieben weiblichen Mentees des Frauennetzwerks, die aus ganz unterschiedlichen Foodservice-Unternehmen kommen, hatten sich während ihres Coaching-Zeitraums mit dem Thema „Vielfalt macht erfolgreich“ auseinandergesetzt. Basis war dabei eine Studie des Washingtoner Peterson Instituts (https://piie.com/publications/wp/wp16-3.pdf), die besagt, dass der Nettogewinn um 15 Prozent steigt, wenn der Frauenanteil von null auf 30 Prozent erhöht wird. Doch dazu braucht es ein wenig mehr, so die Überzeugung der Mentees: zum Beispiel eine ausgewogene Quantität von Frauen und Männern bereits im Bewerbungsgespräch, das gegenseitige Helfen, Fördern und Unterstützen von Frauen für Frauen im Unternehmen und gegebenenfalls auch die Doppelbesetzung von Führungsebenen als „Top Sharing“-Idee.


Prof. Andrea Krajewski
, Professorin für die Gestaltung interaktiver Mediensysteme, Uni Darmstadt, referierte über das Internet der Dinge, über den Umgang mit zunehmend autonom agierenden, smarten und vernetzten Alltagsgegenständen. „Eine solche Smartisierung lässt uns zu einer ‚Sache der Dinge’ werden und leider nicht umgekehrt. Doch zu Algorithmen gehört auch Ethik!“, so ihr Credo, „Gestalten Sie Ihre Zukunft mit! Lernen Sie Ihre Rechte kennen, ergreifen Sie die Initiative – wir sind alle in der Verantwortung.“

 

Clarissa Käfer (Käfer Gastronomie) und Silja Schrank-Steinberg (Hofbräukeller

 

Als starke Macherinnen der Food-Branche motivierten Jungwinzerin Katharina Wechsler (Weingut Wechsler), Powerfrau und Direktorin Hotel Logis Michaela Doll-Lämmer (Europa-Park), Vollblutgastronominnen Clarissa Käfer (Käfer Gastronomie) und Silja Schrank-Steinberg (Hofbräukeller Gastronomie) und nicht zuletzt Shani Achiel, Gründerin und Inhaberin des israelischen Restaurant- und Bar-Konzepts Yafo aus Berlin.

„Ich brauchte für mich das Gefühl von Heimat. Nach Jahren in Paris und Berlin wollte ich etwas mit Substanz schaffen; so entstand schließlich meine Idee, zu Hause in Westhofen so guten Wein zu machen, dass er mich und andere bewegt“, begründete Katharina Wechsler ihre Rückkehr und die Übernahme des elterlichen Weinguts.

Michaela Doll-Lämmer betonte bei ihrem Portrait: „Mir ist es in meiner Arbeit sehr wichtig, exzellente Mitarbeiter zu finden und zu binden, sie zu fordern und auch zu fördern. Fairer Umgang, Spaß an der gemeinsamen Sache und Authentizität liegen mir dabei besonders am Herzen.“

 Silja Schrank-Steinberg bekam ihrerseits den Foodservice- und Geselligkeitsgedanken nicht nur in die Wiege gelegt, sondern als Enkelin des Wienerwald-Gründers und ersten deutschen Systemgastronomen, Friedrich Jahn, diese Begeisterung über zwei Generationen vorgelebt. Und Powerfrau Clarissa Käfer setzt sich, neben der Zahlenwelt und die Organisation des Oktoberfestes, vor allem für die Weiterentwicklung der Käfer-Schulungsakademie ein. Das Thema Fortbildung sieht sie als besonders wichtig an.

Selbstbewusstsein, Mut, Energie, Können, Leidenschaft, Begeisterungsfähigkeit, Durchhaltevermögen und nicht zuletzt ein gutes Netzwerk gehören für sie alle zum Rezept ihrer eigenen Karriere in dieser Branche.

Gretel Weiß, Herausgeberin der Fachzeitschriften foodservice, FoodService Europe & Middle East zeigte die Perspektiven und Trends im gastronomischen Food-Bereich auf: so steige Kulinarik allgemein weiter im Ansehen, Mode hingegen werde vergleichsweise unwichtiger; der Genuss der Speisen sei dabei der stärkste Gastro-Motor. „Essen wird zum sozialen Lagerfeuer, der Burger ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen!“ so die Vollblut-Branchen-Expertin. „Selbst bei Immobilien-Vermarktungen gilt inzwischen: mehr essen, weniger shoppen“. Ihr Rat: „Mache deine Gäste zu Freunden – bereite Convenience im Kauf-Prozess und Erlebnis im Konsum-Prozess!“

Das Team der Initiative Frauennetzwerk-Foodservice

„Aber unter allen Strichen zählen doch die L’s im Leben“, so Silja Schrank-Steinberg zum Abschluss ihres Beitrags, „Liebe, Leidenschaft, Lust, Lachen, Lernen, Leichtigkeit“, „…und Lotwein!“ scherzte die wunderbare Moderatorin Vanessa Koch. Ohne Humor, so waren sich alle Frauen einig, geht es eben auch nicht.
(Quelle: Frauennetzwerk-Foodservice)

 

Weitere Informationen:
www.frauennetzwerk-foodservice.de

Titelbild: 5. Frauenforum-Foodservice – erfolgreicher denn je!