Hochschule München: “Sammeln Sie während des Studiums so viel wie möglich praktische Erfahrungen!“


Wer eine Führungspostion in der Hotellerie anstrebt, sieht sich auch höheren beruflichen Anforderungen gegenüber. Eine Tatsache, die unbestritten scheint. Doch ob zur Verwirklichung hoch gesteckter beruflicher Ziele eine akademische Grundausbildung tatsächlich unumgänglich ist, bezweifeln manche Fachleute. Dennoch: um in einem Unternehmen des Gastgewerbes auf Führungsebene erfolgreich zu agieren, sollte man als Basis für eine erfolgversprechende berufliche Laufbahn zielorientiert Studium und Praktika miteinander kombinieren. Darüber hinaus sollte der Gedanken des lebenslangen Lernens bis ins fortgeschrittene Berufsleben hinein konsequent beibehalten werden.

Studium: ja, aber optimaler ist eine bewusste Mischung von Praxis und Studium. Diese Empfehlung zog sich wie ein roter Faden durch die Vorträge der Referentinnen und Referenten, die sich nach einem Studium an der Hochschule München, Fakultät Tourismus bzw. Betriebswirtschaft, nach verschiedenen beruflichen Stationen nun in Führungspositionen angesehener Unternehmen im Gastgewerbe etabliert haben.

Im jüngsten “Hospitality” (englisch hospitality = Gastlichkeit) -Treffen, das Anfang Februar 2008 unter der Leitung von Prof. Dr. Axel Gruner, Hochschule München, Fakultät für Tourismus, stattfand, präsentierten sich an drei Tagen Vertreterinnen und Vertreter aus dem breitgefächerten Bereich “Gastlichkeit” wie etwa Außer-Haus-Verpflegung, Hotellerie und Gastronomie.

So empfahl etwa Annette Hirsch, Qualitätsmanagerin im The Charles Hotel, München, den Studentinnen und Studenten, “arbeiten Sie so viel wie möglich im operativem Geschäft, wie es neben dem Studium zeitlich vertretbar ist!” Nach dieser Devise hat sie die Grundlagen für ihren beruflichen Werdegang aufgebaut. Heute reicht das Aufgabengebiet von Annette Hirsch vom Führen von Mitarbeitergesprächen über die Betreuung von Auszubildenden bis hin Qualitätskontrollen im Hause.

Public Relations Manager Anette Jäger, ebenfalls im The Charles Hotel, München, tätig, meint: “Im Studium lernt man viel über Marketing, weniger jedoch über Public Relations, also Öffentlichkeits- und Pressearbeit. Wer im Bereich Marketing und PR arbeiten möchte, dem empfehle ich ein entsprechendes Praktikum zu machen; denn so lernen Sie am besten, wie man die Theorie in die Praxis umsetzen kann.” Zu ihren Aufgabengebieten gehören etwa das Entwickeln von Marketingstrategien, der Einsatz unterschiedlicher Marketinginstrumente sowie der Image-Aufbau des Unternehmens. So schön die Berufsbezeichnung Public Relations Manager auch klingen mag, aber “als PR Manager hat man keinen 17-Uhr-Job!” gibt Anette Jäger den Zuhörern mit auf den Weg.

Maria Lehner gelang es, schon bald nach ihrem Studium in ihren Traumjob zu wechseln. Aus einem Familienhotelbetrieb stammend, sammelte sie während und unmittelbar nach ihrer Studienzeit umfassende Erfahrungen in Betrieben im In- und Ausland. Nun hat sie bei Arabella Starwood Hotels & Resorts die Position als VIP & Event Manager in München inne. “Der schönste Job ist der, den man mit Begeisterung macht!” lautet ihre Devise. Zugleich bedauert sie, dass im Rahmen des Bachelor-Studiums die Zahl der Pflichtpraktika von zwei auf eins reduziert wurde. Sie ergänzt: “Sammeln Sie viele Praxiserfahrungen, denn die Praxis macht´s, um sich in einem Beruf rundum wohl zu fühlen.”

Auch Diplom-Betriebswirtin Verena Adam, seit Oktober 2006 im Team Veranstaltung BMW Welt und hauptsächlich zuständig für die Vermarktung des BMW Welt Veranstaltungsforums, empfahl: “Sammeln Sie so viele praktische Erfahrungen wie nur möglich und beenden Sie nicht zu schnell das Studium!” Verena Adam absolvierte die Ausbildung zur Hotelfachfrau, schloss einen halbjährigen gastronomischen Fachlehrgang sowie einen Fachlehrgang für Gastronomie- und Hotellerie-Management an – beide an der Bavaria Hotelfachschule in Altötting, um dann an der Fachhochschule München (heute: Hochschule München) den Studiengang Tourismus mit Schwerpunkt Hospitality Management als Diplom-Betriebswirtin abzuschließen. Es folgten berufliche Stationen in Geisel Privathotels in München (Sales & Marketing) sowie Treugast Solutions Group, München, bevor sie zur BMW Welt wechselte.

Weitere Informationen:
www.hm.edu/fb14 und
www.dagusta.de

(Die Links wurden am 11.02.2008 getestet.)

Bild (v.l.): Anette Jäger, Annette Hirsch, Laura Rodriguez Lehle, (Produktmanagement Bordservice/P.TAB 1 – sprach über: Die Bordgastronomie der Deutschen Bahn AG) sowie Maria Lehner. Foto: Brigitte Karch