


Augsburg/München. - Der älteren Generation sind sie in wenig guter Erinnerung. Während des zweiten Weltkrieges und auch noch in den 50er Jahres des vorigen Jahrhunderts waren Steckrüben bis zum Überdruß nahezu tägliche die einzige Hauptmahlzeit. Schlichtweg weil es nichts anderes zu essen gab oder Viele sich nichts anderes leisten konnten.
Erst heute, nach über 70 Jahren avanciert die einst so ungeliebte Knolle zum vielgefragten einheimischen Gemüse - als willkommene Zutat zur täglichen pflanzenbasierten Ernährung. „Die Leute sind ganz verrückt nach Steckrüben“ bestätigen auch Standlfrauen auf dem Augsburger Stadtmarkt.
Gisela Horlemann, Ökotrophologin beim VerbraucherService Bayern im KDFB e.V. (VSB), München, gibt Auskunft über das „Comeback des Multitalents“.
In Notzeiten galt die Steckrübe als Armeleuteessen, doch langsam erobert sich das vielseitige Wintergemüse wieder einen Platz unter den modernen klimaschonenden Alternativen zum Importgemüse.
Die Steckrübe ist botanisch gesehen eine Unterart des Rapses und kam im 17. Jahrhundert aus Skandinavien in den deutschsprachigen Raum. Seither ist sie unter Namen wie Schwedische Rübe, Kohlrübe, Butterrübe, Runkelrübe oder Steckrübe bekannt. Gerade in Notzeiten bot die Steckrübe häufig die letzte Nahrungsreserve und wurde dann neben Eintöpfen und Suppen auch zu Marmelade und Kaffeeersatz verarbeitet. Dieser allgegenwärtige Einsatz blieb lange in schlechter Erinnerung.
Die bis zu 1,5 kg schweren Knollen mit heller bis rötlicher-grüner Schale haben meist gelbes Fruchtfleisch und sind von September bis Mai aus heimischem Anbau erhältlich. “Kaufen Sie kleinere Rüben, denn die besitzen ein intensiveres Aroma, das mit dem Geschmack von Kohlrabi vergleichbar ist“, empfiehlt Gisela Horlemann. In kühlen Kellern lagert die Steckrübe problemlos mehrere Wochen.
Kohlrüben weisen einen hohen Wassergehalt auf und gehören mit rund 35 kcal/100 g zu den kalorienarmen Gemüsesorten. Sie enthalten neben Kohlenhydraten (5,7 g/100 g) Ballaststoffe (2,9 g /100 g), wasserlösliche Vitamine und Mineralstoffe. Durch ihre schwefelhaltigen ätherischen Öle wirken die Rüben auch beruhigend auf Magen und Darm.
Für die Zubereitung die Knolle großzügig schälen, je nach Rezept zerkleinern und dann zu Suppen, Eintöpfen, Aufläufen, Puffern oder Püree verarbeiten. „Geraspelt schmeckt die Steckrübe auch als Rohkost“, so der Tipp der Ernährungsexpertin. Geschmacklich lässt sie sich sehr gut mit süßsauren Obstsorten, wie Äpfel, Orangen oder Quitten kombinieren.
(Quelle: VSB)
Weitere Informationen:
https://www.verbraucherservice-bayern.de/themen/ernaehrung/multitalent-steckruebe-mit-rezept-idee
* Steckrüben. Fotos: © Brigitte Karch
Zuerst auf Facebook veröffentlicht. Zum Originalbeitrag ↗


