









Neuburg/Donau. - Was würden wir in dieser schwierigen Zeit ohne Kunst und Kultur nur tun? Jeder von uns beantwortet diese Frage wahrscheinlich unterschiedlich. Tatsache jedoch ist: Künstlerisches Schaffen verlangt nach Sichtbarmachen. In diesem Zusammenhang wollten wir von der Neuburger Künstlerin Ute Patel-Missfeldt wissen, woran sie derzeit arbeitet.
Zerknüddeltes Geschenkpapier, farbige Papierfetzen, alte Schuhkartons und Plakate, feines Seidenpapier bis hin zu papierenen Tortenuntersetzern. Jede Art von Papier sammelt sie, bügelt jeden Papierfetzen auf und läuft dann, wenn ihr innerer Kreativmotor sich unbremsbar in Bewegung setzt, zur Hochform auf. So etwa beschreibt Ute Patel-Missfeldt ihre Papierleidenschaft, die sie seit Kindheitstagen begleitet. Sie kauft kein neues Papier, sondern verwertet vorhandenes und verwandelt diesen Rohstoff zu unglaublich edlen Kunstwerken. Papier-Recycling vom Feinsten!
Ute Patel-Missfeldt ist dem Hut modisch interessierten Publikum ein fester Begriff; denn wer „Hutmode“ sagt, meint unwillkürlich Ute Patel-Missfeldt. Sie gründete vor rund 22 Jahren die mittlerweile weltweit bekannte Verkaufsschau „Mut zum Hut mit schmuck durch Schmuck“. Damit wurde Neuburg an der Donau, gleichsam zum „Ascot“ von Deutschland.
Diese bedeutende Hutmode-Veranstaltung findet heuer vom 25. bis 27. September 2020 im Neuburger Residenzschloss statt - so jedenfalls die bisherige Planung. Auch diesmal werden die besten Modisten, Hutmacher und Designer tragbare sowie extravagante Hutkreationen, edles Schmuckdesign und ungewöhnliche Accessoires einem nationalen und internationalen Publikum offerieren.
Künstlerische Handwerkskunst
Ihre künstlerische Handwerkskunst - vorzugsweise in ihrem Gartenatelier ausgeübt – ist geprägt von höchster Perfektion, Feinheit und Ausdrucksstärke. Details wie gesenkte Augenlider, Hutformate, Krägen oder plissierte Oberteile und Schürzen machen die fünf, etwa 40 cm hohen höfischen Renaissance-Figuren im vorwiegend Schwarz/Weiß/Gold-Design (hergestellt vor über zwei Jahren) zu unwiderstehlichen Gusto-Stücken.
Die jüngsten künstlerischen Papierarbeiten hingegen bespielen das stimmungsvolle Thema „Rosendamen“. Auch hier erneut die zarte Feinheit der Gesichtszüge, üppige Hutkreationen, mal ausladend, mal zurück genommen, mit schier überwältigender Detailtreue bei Oberteilen, Schulterpartien und Röcken. Ebenso ungewöhnlich die verhalten abgestimmte, ja fast erotisch anmutende Farbgebung der insgesamt fünf „Rosendamen“.
„Vor mir ist kein Papier sicher“, bilanziert Ute Patel-Missfeldt schmunzelnd und gesteht wie beiläufig, dass sie Synästhetikerin sei. Diese seltene Wahrnehmung ermögliche ihr, Zahlen farblich wahrnehmen zu können. Eine Eigenschaft, die die außergewöhnliche Farbigkeit der Kunstwerke von Ute Patel-Missfeldt erklärbarer machen.
Retrospektive zum Achtzigsten
Aus Anlass ihres 80. Geburtstages (31. Dezember 2020) wird Ute Patel-Missfeldt im weiträumigen historischen Kapellengewölbe des Neuburger Rathauses im Fletz, ihr vielfältiges Œuvre präsentieren.
Der Rückblick umfasst ihr gesamtes Kunstschaffen wie Buchillustrationen, auch Kinderbücher und Kalender, Aquarelle, Pastell-, Seiden- sowie Porzellanmalerei, kunstgewerbliche Papierarbeiten, Papier-Miniaturen und Raumdesign. Die unverkäuflichen höfischen Renaissance-Figuren und „Rosendamen werden auf drehbaren Säulen zu bewundern sein.
Die geplante Retrospektive verläuft vom 13. September bis 4. Oktober 2020 und damit zeitweilig parallel zur 22. Mut zum Hut-Schau mit „schmuck durch Schmuck“ - am Wochenende 25. bis 27. September 2020.
Brigitte Karch
Weitere Informationen:
www.ute-patel-missfeldt.de
www.mutzumhut.de
Ute Patel-Missfeld
Foto: © Brigitte Karch
Ute Patel-Missfeld, 2017
Höfische Renaissance-Figuren, Papier. Foto: © Brigitte Karch
Ute Patel-Missfeld, 2017
Höfische Renaissance-Figuren, Papier. Foto: © Brigitte Karch
Ute Patel-Missfeld, 2017
Höfische Renaissance-Figuren, Papier. Foto: © Brigitte Karch
Ute Patel-Missfeld, 2017
Handwerk, Papier. Foto: © Brigitte Karch
Bildmotive 6 bis 10:
Ute Patel-Missfeld, 2020
„Rosendamen“, Papier. Alle 5 Fotos: © Privat
Zuerst auf Facebook veröffentlicht. Zum Originalbeitrag ↗


