München. - Das Buch ist eine Hommage an Ada Nolde (20.9.1879 - 2.11.1946). Das längst fällige Werk entstand zu ihrem 140. Geburtstag. Mehrere Autorinnen beleuchten das einer Symbiose gleichende Leben von Ada und Emil Nolde. In diesem Buch erfährt die gebürtige Dänin Ada (Adamine Frederikke) den ihr gebührenden Stellenwert.

In zahlreichen Biografien, Lexika und Abhandlungen über Emil Nolde (1867-1956), der einer friesisch-dänischen Familie entstammt und mit bürgerlichem Namen Emil Hansen heißt, sucht man vergeblich nach einer Würdigung von Ada Nolde. Ihre eigentliche Bedeutung, ja geradezu Opferrolle in der 44-jährigen Ehe mit dem Künstler, bleibt weitgehend unbeschrieben.

Aber Emil Nolde war sich sehr wohl bewusst, was Ada für ihn und sein Schaffen bedeutete und hielt damit auch nicht hinterm Berg. Nicht umsonst beschrieb er sie als "Meine Vielgeliebte“. Wie es immer wieder in Ehen zu beobachten ist, stellte Ada zugunsten des Ehemannes ihr eigenes Können zurück, schaufelte für ihn Unebenheiten zur Seite, damit sich der Künstler möglichst ungehindert ganz seinem Schaffen widmen konnte.

Es mochte ihr Ego zufrieden gestellt haben, als „Muse und Managerin“ zu agieren. In zahlreichen Ölbildern, Grafiken und Radierungen ist Ada Sinn gebendes Modell für Emil Nolde - ohne im Bildtitel genannt zu werden. Sie förderte Entwicklung und schließlich Anerkennung des Künstlers auf breiter Ebene. Ihre Bemühungen gingen soweit, dass sie während der NS-Zeit danach strebte, Emil Nolde als „Staatskünstler“ anerkennen zu lassen.

Ada Nolde stirbt am 2. November 1946 in Niebüll während eines Krankenbesuches im dortigen Krankenhaus einen Sekundenherztod. 1948 heiratet Emil Nolde die 26-jährige Jolanthe Erdmann.

Ein reich bebildertes mit Ölbildern, Grafiken und Radierungen sowie Fotografien ausgestattetes Werk. Mit Beiträgen von Astrid Becker, Kirsten Jüngling, Aya Soika, Gude Suckale-Redlefsen, Indina Woesthoff. Ein „Frauenbuch“ für alle begeisterte KunstfreundInnen, vor allem jedoch für diejenigen, die wissbegierig sind, welche Frau Ada Nolde gewesen sein muss, damit Emil Nolde zum anerkannt ausdrucksstarken Expressionisten werden konnte.
Brigitte Karch

Ada Nolde "Meine Vielgeliebte“ - Muse und Managerin Emil Noldes. Hg. Astrid Becker und Christian Ring, für Nolde Stiftung Seebüll, Format: 21 x 25,5 cm, Broschur mit Schutzumschlag, 232 Seiten, 189 Abbildungen, 39,90 Euro, ISBN: 978-3-943616-69-9, erschienen 2019, Klinkhardt&Biermann.

Weitere Informationen:
www.nolde-stiftung.de
www.klinkhardbiermann.de
www.hirmerverlag.de

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