München. - Fast war es ja zu erwarten, nun ist es offiziell: das 187. Oktoberfest fällt in diesem Jahr wegen des Coronavirus Sars-CoV-2 aus. Die Wiesn hätte vom 19. September bis 4. Oktober auf der Münchner Theresienwiese stattfinden sollen.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) teilten heute diese schwere Entscheidung im Rahmen einer Pressekonferenz mit.

NACHTRAG VON OB DIETER REITER: https://youtu.be/c9bcBLK_bFk
und
Clemens Baumgärtner, Referent für Arbeit und Wirtschaft: https://youtu.be/4yQ8lHpu-sI

Mit großem Bedauern aber auch großem Verständnis haben die Münchner Wiesnwirte auf die Absage des Münchner Oktoberfestes reagiert. „Die Gesundheit unserer Gäste liegt uns besonders am Herzen und hat oberste Priorität“, sagte der Sprecher der Münchner Wiesnwirte, Peter Inselkammer.

Schade sei es nicht nur für die vielen Münchnerinnen und Münchner, die ihre Wiesn lieben, sondern auch für die unzähligen Mitarbeiter, die sich ihren Lebensunterhalt mit dem größten Volksfest der Welt verdienen. „Für rund 10.000 Menschen ist das ein herber finanzieller Schlag“, meinte Inselkammer.

„Aber es kommen auch wieder bessere Zeiten“, meinte Wirtesprecher Christian Schottenhamel, „und vielleicht fällt uns allen ja gemeinsam eine Lösung ein, wie wir das Oktoberfest im nächsten Jahr gestalten können, um dem dann zu erwartenden erhöhten Ansturm zu bewältigen.“

Oktoberfest in Zahlen
* Das Oktoberfest hätte in diesem Jahr zum 187. Mal in seiner 210-jährigen Geschichte stattgefunden. Seit 1810 haben 25 Oktoberfeste nicht stattgefunden, überwiegend wegen Kriegen. Aber auch wegen der Inflation in den Jahren 1923 und 1924 oder wegen der Cholera-Epidemien in den Jahren 1854 und 1875. Nach den beiden Weltkriegen wurden jeweils Ersatzfeste in einem kleineren Rahmen veranstaltet.
* Mehr als 500 Betriebe sind jährlich auf dem Oktoberfest: Vom Festzelt über Hendl- und Wurstbratereien über Karussellbetriebe und Schaubuden bis hin zu Brezn-, Mandel- oder Souvenirständen.
* Im vergangenen Jahr kamen rund 6,3 Mio. Gäste (2018: 6,3Mio.) auf das Oktoberfest.
* Der Wirtschaftswert des letztjährigen Oktoberfests lag bei 1,23 Mrd. Euro.
* Die rund 6,3 Mio. Festbesucher gaben an den 16 Tagen insgesamt etwa 442 Mio. Euro (pro Person durchschnittlich 70,22 Euro) direkt auf dem Oktoberfest aus.
*Die auswärtigen Besucher ließen für Verpflegung, Einkäufe, Taxifahrten oder die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittelweitere 285 Mio. Euro in der Stadt.
* Für Übernachtungen und Gastronomie gaben die auswärtigen Festgäste nochmals insgesamt rund 505 Mio Euro aus.
* Es wurden in der Ochsenbraterei 124 Ochsen (2018: 124) verspeist. Die Kalbsbraterei meldet einen Verzehr von 29 Kälbern (2018: 27).
* Die Oktoberfest-Gäste tranken nach Angabe der Brauereien insgesamt 7,3 Mio. Maß Bier (2018: 7,5 Mio.). Brauereien und Wirte waren mit dem Oktoberfest 2019 sehr zufrieden.
* Die Ordner nahmen Andenkenjägern 96.912 Bierkrüge (2018: 101.000) in den Zelten und an den Ausgängen des Festgeländes ab.
* Das Oktoberfest prägt das Image Münchens und trägt einen großen Teil zur weltweiten Bekanntheit der Stadt bei.
* Mehr als 2.000 „Oktoberfeste“ nach Münchner Manier werden über den Erdball verteilt veranstaltet. Hiervon finden die größten in Blumenau (Brasilien) und in Kitchener (Kanada) mit jeweils rund einer Million Besuchern statt, gefolgt von Frankenmuth/Michigan (USA) mit etwa 350.000 Besuchern.

* In China gibt es am Oktoberfest orientierte „Bierfeste“ der Superlative, etwa in Peking, Dalian und Quingdao.

Weitere Informationen:
Website: oktoberfest.de
Facebook: www.facebook.com/oktoberfest
Instagram: www.instagram.com/oktoberfest
Offizielle Oktoberfest App: www.oktoberfest.de/app

  • Die Bavaria, die weltliche Patronin Bayerns, blickt auf die Theresienwiese. Foto: © Brigitte Karch
  • Franz Inselkammer und Christian Schottenhamel. Archivfoto: © Brigitte Karch/ 2018
  • Das Oktoberfest-Plakat 2020 von Plakatswettbewerbssieger Ulrich Peter, Kaufbeuren

Zuerst auf Facebook veröffentlicht. Zum Originalbeitrag ↗