„Explorers Grand Slam“, Bergsportbegeisterte kennen sich aus und viele von ihnen setzen alles daran, diese Extrembergsteiger-Challenge zu bewältigen. Das erfordert Bergsteigerkönnen, körperliche Höchstleistungen, Ausdauer, Umsicht und sich auch mental auf die Wettbewerbsziele einzustellen.

In Memmingen geboren (1979), zur Hotelfachfrau ausgebildet, arbeitete Julia E. Schultz auf einem Kreuzfahrtschiff und später als Eventmanagerin am Tegernsee. Bereits in jungen Jahren erwanderte sie gerne die herrliche Bergwelt des Allgäus. Die Gipfel zu erkraxeln reizte sie weniger - doch die Fernsicht bot ihr Ausgleich genug für das mühselige Hinaufsteigen.

Bis, ja bis sie dann doch nach Trekkingtouren in Peru und Chile und anschließend in Nepal ihre Leidenschaft fürs Höhenbergsteigen entdeckte. Was dann kam war nicht gerade von Pappe: die sieben höchsten Gipfel aller Kontinente (Seven Summits) erreichte Juli, wie sie liebevoll von ihren Kameraden genannt wird, und zusätzlich den jeweils letzten Breitengrad des Süd- und Nordpols zu Fuß.

Ohne großes Tamtam hat Julia E. Schultz im Mai 2017 nahezu ungeplant als erste Deutsche den Explorers Grand Slam geschafft! Sie schildert in ihrem Buch „In Ringelsocken aufs Dach der Welt“, wie es sie aus Entdeckerfreude an fremden Menschen und anderen Kulturen immer wieder zu Gipfelhöhen zog.

Es ist ein Reisetagebuch, ungemein spannend und humorvoll geschrieben als sei man unmittelbar mit dabei. Das reich bebilderte Buch zeigt zusätzlich eine Weltkarte mit den Explorers Grand Slam-Punkten sowie eine weitere Karte mit Julias 24 Unterwegstouren.

Wer sich zunächst einen raschen Überblick verschaffen möchte, für den gibt es zu jedem Summit-Kapitel eine Flash-Info über Orte, Highlights, Zahlen, Herausforderungen und Doping (gemeint ist Essen und Trinken). Danach wird‘s absolut atemberaubend. Verblüffend auch die ungeschminkte Ehrlichkeit der Tagebuchschreiberin, zumal sie ebenso Rückschläge und Enttäuschungen offen beschreibt.

Die Bezwingung des Mount Everest (Gipfelhöhe 8.848 Meter) hat ihr wohl den größten Respekt abverlangt. Durchaus bewusst, dass Akklimatisationsschwierigkeiten und plötzliche Wetterumschwünge, trotz sorgfältigster Planung, lebensgefährlich sind. Es hätte auch schiefgehen können, meint sie selbstkritisch nach Rückkehr ins heimatliche Allgäu.

Ihre Tagebuchaufzeichnungen enden mit dem Appell „Der Mount Everest darf nicht unterschätzt werden!“ und weist kritisch auf den Massenandrang sowie teils unzulänglich vorbereiteter Bergsteiger hin.
bk.

Julia E. Schultz: „In Ringelsocken aufs Dach der Welt“, 352 Seiten, 14,8 x 22,5 cm, Buch 20,€ / E-Book 14,99 €,14,99 €, ISBN 978-3-8392-2606-3, 2020, Gmeiner Verlag, Meßkirch

Weitere Informationen:
www.gmeiner-verlag.de

  • Cover „In Ringelsocken aufs Dach der Welt“
  • „Wenn‘s wehtut, noch ne halbe Stunde! Kämpfe, aber riskiere nicht zu viel!“, Motto von Julia E. Schultz. Foto: © Bruno Hufschmid

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