



Kornwestheim/Stuttgart. - Im Herzen Stuttgarts entsteht mit dem Rosensteinviertel in den kommenden Jahren ein ganz neuer Stadtteil. Durch den Gleisrückbau im Rahmen von Stuttgart 21 wird direkt hinter dem Bahnhof eine Fläche von rund 85 Hektar frei, auf der man mehr als 5.000 Wohnungen bauen möchte.
Es soll ein Ort mit großer urbaner Lebensqualität und sehr viel Grün werden ... Klar, auf dem Papier hört sich sowas immer gut an. Aber in der Realität ist die Integration von zahlreichen Bäumen und anderen Pflanzen in die städtische Bebauung sowohl für Kommunen als auch Privatbesitzer eine Herausforderung. Denn gerade in Zeiten des Klimawandels und zunehmender Trockenperioden stellt sich die Frage: Woher nimmt man die großen Mengen Gießwasser, die benötigt werden?
Offenes Forschungslabor
Der Suche nach einer Antwort geht derzeit auch das Forschungsprojekt INTERESS-I nach und präsentiert mit dem Impulsprojekt Stuttgart ein offenes Forschungslabor am Rande des zukünftigen Rosensteinviertels. INTERESS-I steht für „Integrierte Strategien zur Stärkung urbaner blau-grüner Infrastrukturen“ und erarbeitet Konzepte und Maßnahmen zur Optimierung der Siedlungs- und Bauwerksstrukturen auf der Basis stadtklimatischer Anforderungen, der Wasserverfügbarkeit und -qualität und der Belange der Freiraumversorgung.
Beim Impulsprojekt Stuttgart arbeiten unter der Leitung der Technischen Universität München verschiedene Hochschulen, Kommunen und Unternehmen eng zusammen. Kernstück des offenen Forschungslabors sind dreigeschossige Wohncontainer, in denen Arbeiter während ihres Einsatzes auf der Großbaustelle untergebracht sind, und von denen Teile mit Vertikalbegrünungssystemen versehen wurden.
Für die Versorgung der Pflanzen wird zum einen Regenwasser von der Dachfläche gesammelt und in einer Retentions-Zisterne gespeichert, zum anderen wird auch der Abfluss aus den Duschen und Handwaschbecken der Wohncontainer aufgefangen. Dieses nur leicht verschmutzte, sogenannte Grauwasser durchläuft vor seinem Gießeinsatz eine filternde Pflanzenkläranlage, die mit Kies und Sand gefüllt und mit Schilf bewachsen ist. Knapp 400 Liter pro Tag können in dieser direkt vor den Containern aufgebauten Anlage gereinigt werden. Im Anschluss erfolgt eine weitere Hygienisierung mit UV-Lampen.
Grün mal drei
Drei verschiedene etablierte Vertikalbegrünungssysteme kommen im offenen Forschungslabor zum Einsatz – alle aus dem Programm der Helix Pflanzen GmbH aus Kornwestheim.
Im Erdgeschoss der Wohncontainer ist es ‘Elementa‘, ein System, das sonst häufig auch als Lärmschutzwand verbaut wird.
Auf der mittleren Containerebene hat das System ‘Elata‘ seinen Platz. Kletterpflanzen wie Efeu wachsen hier in mit Granulat gefüllten, speziellen Kästen und beranken ein stabiles Metallgitter.
Das System ‘Biomura‘ wurde ganz oben installiert. Die aus recyceltem Kunststoff hergestellten Pflanzkassetten haben eine Größe von 60 mal 45 Zentimetern und verfügen über 16 Pflanzlöcher und bieten Platz für Stauden und Kräuter.
Am 15. Juli 2020 wurde das Impulsprojekt Stuttgart offiziell in Betrieb genommen. Das Projekt läuft bis Oktober 2021 und ist öffentlich zugänglich. Während der gesamten Zeit finden regelmäßig Führungen vor Ort statt.
(Quelle: Helix)
Weitere Informationen:
www.interess-i.net
www.helix-pflanzen.de
* Für die Versorgung der Fassadenbegrünung wird Regenwasser von der Dachfläche in einer Retentions-Zisterne gespeichert (li.). Zudem wird auch der Abfluss aus den Duschen der Wohncontainer in einer Pflanzenkläranlage (re.) aufgefangen. Foto: © Julian Rettig
* Das Impulsprojekt Stuttgart will demonstrieren, wie zukünftig eine nachhaltige und innovative Versorgung des Stadtgrüns gewährleistet werden kann. Grafik: © Well & Ludwig 2020
* Ortsnahe Abwasserreinigung: Knapp 400 Liter können pro Tag in der direkt vor den Wohncontainern aufgebauten Pflanzenkläranlage gefiltert werden. Foto: © Julian Rettig
* Drei verschiedene etablierte Vertikalbegrünungssysteme kommen im offenen Forschungslabor zum Einsatz - alle aus dem Programm der Helix Pflanzen GmbH aus Kornwestheim. Foto: © Julian Rettig
Zuerst auf Facebook veröffentlicht. Zum Originalbeitrag ↗



