Pyxis von Pettstadt, Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg. Foto: © Germanisches Nationalmuseum/J. Musolf
Pyxis von Pettstadt, Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg. Foto: © Germanisches Nationalmuseum/J. Musolf

Mainz. - „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht“, die große Landesausstellung im Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE), zeichnet sich aus durch ihre herausragenden Exponate und spannenden Geschichten. Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer und ist noch bis 8. April 2021 zu besichtigen.

In einer faszinierenden Schau mit einzigartigen Exponaten beleuchtet die Landesausstellung erstmals das dynamische Beziehungsgeflecht, in dem über einen Zeitraum von fünf Jahrhunderten Kaiser und Könige, Fürsten und Feldherren, Ritter und Reichsfürsten, Bürger und Städte miteinander verwoben waren. Sie wagt einen Blick hinter die Kulissen und vermittelt ein differenziertes Bild vom Kaisertum im Mittelalter.

Die große Landesausstellung stellt dabei ausgewählte Kaiserpersönlichkeiten vor, aber auch die „Säulen ihrer Macht“, angefangen bei Karl dem Großen über die Ottonen, wo vor allem Willigis, der Erzbischof von Mainz, eine bedeutende Säule der Macht war. Er war zudem Erzkanzler des Reiches und Stellvertreter des Papstes.

Thematisiert wird auch die Auseinandersetzung zwischen den salischen Kaisern Heinrich IV. (gest. 1106) und Heinrich V. (gest. 1125) sowie dem Staufer Friedrich I. Barbarossa (gest. 1190) - mit ihm die kulturelle Blüte des Rittertums.

So unterschiedlich die Lebensgeschichten der sächsischen Könige und Kaiser waren, so einzigartig ist die europäische Geschichte mit den beiden ottonischen Heinrichs verbunden. König Heinrich I. begründete die Dynastie der ottonischen Herrscher, die mehr als 100 Jahre das Maß aller Dinge in Europa war. Mit Kaiser Heinrich II. endete diese Epoche, da seine Ehe mit Kunigunde kinderlos blieb. Sie wurden im Februar 1014 gemeinsam in Rom zum regierenden Kaiserpaar gekrönt. Sie sind das einzige deutsche Herrscherpaar, das jemals heiliggesprochen wurde.

In der Ausstellung zu bewundern sind auch einzigartige Leihgaben international renommierter Museen, die es in dieser Zusammenstellung noch nie zu sehen gab und auf Jahrzehnte nicht mehr zu sehen geben wird; u.a. die berühmte Heidelberger Liederhandschrift Codex Manesse, das Armreliquiar Karls des Großen aus dem Pariser Louvre und die Mainzer Goldene Bulle (aus Wien), die nach über zwei Jahrhunderten an ihren Ursprungsort zurückkehrt. Aus Bayern sind u.a. zu sehen: König Ludwig der Bayer (aus dem Kurfürstenzyklus), Krönung Heinrichs II., Sakramentar Heinrichs II., 1002-1014, Bayerische Staatsbibliothek München, und die Pyxis von Pettstadt aus dem Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg.

Eingebettet in das „Kaiserjahr 2020“ bindet die GDKE das ganze Land und seine Nachbarregionen mit ein, denn kein anderes Bundesland hat so viele Originalschauplätze zu bieten wie Rheinland-Pfalz. Wer die Ausstellung besucht, kann anschließend zu den korrespondierenden Orten fahren und dort Geschichten und Geschichte in ganz eigenen Präsentationen hautnah miterleben. Bis heute sind die hier in einzigartiger Dichte und Qualität erhaltenen Dome, Kirchen, Pfalzen und Burgen – aber auch die jüdischen Monumente in Speyer, Worms und Mainz – atmosphärisch fesselnde, steinerne Zeugen historischer Ereignisse und Entwicklungen.

Zur Ausstellung erschien ein Katalog „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht“, herausgegeben von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz und Bernd Schneidmüller, 560 S., 368 farbige Abb.; 9 Karten, 48,00 €, ISBN 978-3-8062-4174-7, Verlag wbg Theiss, Darmstadt
(Quelle: www.kaiser2020.de)

Weitere Informationen:
www.kaiser2020.de
https://www.wbg-wissenverbindet.de
www.cab-artis.de

* A GDKE Rheinland-Pfalz – Landesmuseum Mainz. Foto: © Ursula Rudischer
* B Meister Heinrich Frauenlob, Codex Manesse, Universitätsbibliothek Heidelberg © Universitätsbibliothek Heidelberg
* C Große Adler-/Pfauenfibel, um 1000, GDKE Rheinland-Pfalz – Landesmuseum Mainz. Foto: © Ursula Rudischer
* D CAB Artis. Codex Manesse. Foto: © Frank Boxler
* E Prunkkelch mit Darstellung Kaiser Heinrichs II. und Kaiserin Kunigundes, um 1470/80, Benediktinerstift St. Paul im Lavanttal. Foto: © Gerfried Sitar, Benediktinerstift St. Paul im
Lavanttal
* F Hofschule Karls des Großen (Aachen), 795/810
Ada-Evangeliar, Buchdeckel Vorderseite, Stadtbibliothek Trier. Foto: © Stadtbibliothek Trier /Anja Runkel
* G Cappenberger Barbarossakopf, 1156-1160, Kath. Kirchengemeinde St. Johannes, Schloss
Cappenberg. Foto: © Andreas Lechtape / Kath. Kirchengemeinde
St. Johannes
* H Pyxis von Pettstadt, Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg. Foto: © Germanisches Nationalmuseum/J. Musolf
* I Die Goldene Bulle – Exemplar des Erzbischofs von Mainz. Goldene Bulle, Wien. © Österreichisches Staatsarchiv
* J Krone Heinrich II. Foto: @ Radek Brunecky; Ausstellungsgestaltung Holzer Kobler Architekturen

Zuerst auf Facebook veröffentlicht. Zum Originalbeitrag ↗