Regensburg/Bad Füssing. - Medizinische Vorsorgemaßnahmen in den Heilbädern sollen wieder zu Pflichtleistungen der Krankenkassen werden. Das hat die Bundesregierung nach mehr als zwei Jahrzehnten des Bemühens von Heilbädern, Politikern und Medizinern bereits im Dezember beschlossen.

Die Entscheidung gilt als Meilenstein: Bisher war es der individuellen - und bisweilen schwer nachzuvollziehenden - Entscheidung der Kassen überlassen, ob sie einem Kurantrag zustimmen oder ihn ablehnen.

Jetzt ist erstmals ein konkreter Zeitplan bekannt geworden, wann Bundestag und Bundesrat den Entwurf aus dem Haus von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn beraten und ihn beschließen werden: Demnach könnte das Vorhaben bereits im Juni dieses Jahres in Kraft treten.

Die "Wiedereinführung der ambulanten und der stationären Badekur nach §23/2 und 4 SGB V", wie es im Juristendeutsch heißt, ist Teil des so genannten Gesundheitsversorgungs-Weiterentwicklungsgesetzes. Der Gesetzentwurf, der Kassenkuren künftig wieder zur Pflichtleistung macht, könnte Deutschlands mehr als 300 und Bayerns mehr als 50 durch die Corona-Krise gebeutelten Kurorten zusätzliche Millionenumsätze bescheren.

Bei einer so genannten "ambulanten Vorsorgeleistung" zahlen die Kassen die Kosten für ärztlichen Behandlungen und für die vom Arzt verordneten Medikamente sowie für Anwendungen wie Bäder, Massagen und andere Therapieangebote. Zu den Kosten für Unterkunft, Verpflegung, Kurtaxe und Fahrt erhalten Versicherte von der Kasse einen Zuschuss.

Bayerns und Deutschlands Kurorte warten sehnsüchtig auf diese Entscheidung: Als die ambulanten Vorsorgekuren noch Pflichtleistungen waren, profitierten davon Mitte der 1990-er Jahres jedes Jahr rund 900.000 Bundesbürger. 2019 waren es gerade noch rund knapp 32.000. Das ist ein Rückgang von über 95 Prozent. "Jetzt haben wir die Chance, diesen Trend umzukehren", sagt Tobias Kurz, Bürgermeister von Deutschlands größtem Kurort Bad Füssing in Niederbayern.

Der Ort zählte vor Corona rund 2,4 Millionen Gästeübernachtungen pro Jahr. Bad Füssing bereitet nach seinen Worten aktuell bereits konkrete Maßnahmen vor, um Stammgäste auf die neuen Möglichkeiten hinzuweisen. "Freuen Sie sich schon heute darauf, in Zukunft wieder mit Zuschuss Ihrer Krankenkasse im legendären Bad Füssinger Thermalheilwasser viel für Ihre Gesundheit und Gesundheitsvorsorge tun zu können", lautet eine der Botschaften der geplanten Kampagne unter anderem.
(Quelle: obx)

Weitere Informationen:
www.badfuessing.com/de

* Foto: Aqua-fit in Bad Füssings Thermen: Die gesunde Bewegung im Wasser gehört beispielsweise in Deutschlands größtem Kurort zu den Angeboten, für die Versicherte von gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen einer ambulanten oder stationären Vorsorgeleistung wieder mit einer Kostenübernahme rechnen können. Foto: © obx-news/Kur- & GästeService Bad Füssing

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