
Potsdam. - Die Universität Potsdam vergibt in diesem Jahr zum fünften Mal den „Voltaire-Preis für Toleranz, Völkerverständigung und Respekt vor Differenz“. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung - wird von der Friede Springer Stiftung finanziert - geht an die aus Ruanda stammende Politologin Elisabeth Kaneza.
Mit ihrer Entscheidung ehrt die Jury eine Forscherin und Menschenrechtsaktivistin, die in ihrer Dissertation den strukturellen Rassismus und die rechtliche Situation Schwarzer Menschen in Deutschland untersucht.
Die diesjährige Preisträgerin Elisabeth Kaneza ist im Alter von sechs Jahren mit ihrer Familie aus Ruanda nach Deutschland geflohen und arbeitet gegenwärtig an einer Promotion im Grenzbereich zwischen Rechts- und Politikwissenschaft zum Thema „rassische Diskriminierung“.
Kaneza beschäftigt sich mit dem Diskriminierungsverbot, das sowohl völkerrechtlich als auch im Europarecht und im Grundgesetz verankert ist. Es verbietet eine Diskriminierung aufgrund der „Rasse“. Trotz des Verbots hält rassistische Diskriminierung nach wie vor an.
Schon 2013 gründete sie die Kaneza Initiative, mit dem Ziel, gesellschaftlichen Wandel aktiv mitzugestalten und einen Beitrag für die Förderung der Menschenrechte und Vielfalt zu leisten. Drei Jahre später wurde aus der Initiative schließlich ein gemeinnütziger Verein: die Kaneza Foundation for Dialogue and Empowerment e.V.
„Ich kenne wenige Promovendinnen oder Promovenden, die schon in so jungen Jahren eine solche Initiative nicht nur auf die Wege gebracht haben, sondern auch institutionalisiert haben.“, sagt Prof. Dr. Christoph Markschies in seiner Laudatio für die Preisträgerin.
Der Voltaire-Preis wird von der Friede Springer Stiftung finanziert und seit 2017 einmal im Jahr an einen Wissenschaftler oder eine Wissenschaftlerin vergeben, der oder die sich für die Freiheit von Forschung und Lehre sowie für das Recht auf freie Meinungsäußerung einsetzt.
Ausgezeichnet wurden bislang unter anderen die türkische Politologin Dr. Hilal Alkan, die den Krieg in den kurdischen Gebieten und das Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen Zivilisten anprangerte und daraufhin ihre Anstellung verlor, und die guatemaltekische Soziologin Dr. Gladys Tzul Tzul, die sich für indigene Völker in Mittelamerika engagiert.
(Quelle: Universität Potsdam)
Weitere Informationen:
www.uni-potsdam.de/voltaire-preis
www.friedespringerstiftung.de
* Elisabeth Kaneza. Foto: Anja Pütz
Zuerst auf Facebook veröffentlicht. Zum Originalbeitrag ↗


