

Kloster und Schloss Salem
Passionsdarstellungen im Salemer Münster
Kloster und Schloss Salem. - Am Palmsonntag hat die Karwoche begonnen — eine Zeit, die im Zeichen der Passion Christi steht und auf Ostern hinführt. Es ist daher lohnend, den Blick auf die Passionsdarstellungen zu lenken, die seit dem späten Mittelalter die häufigsten Bilder im Altarraum von Kirchen sind: so auch im Münster von Kloster Salem.
Die Salemer Mönche haben sich dem Thema der Leidensgeschichte Christi in der Alabasterausstattung ihres Münsters intensiv gewidmet. Bei einer Paris-Reise lernte Abt Anselm II. Schwab 1765/66 den Frühklassizismus als neuen Kunst- und Architekturstil kennen. Er war so begeistert davon, dass er den Auftrag gab, das Münster neu auszustatten.
Erschaffen wurde das Altar- und Skulpturenensemble 1774/75 von Johann Georg Dirr. Über dem Altar steht das Kreuz mit dem leidenden Christus für alle Gläubigen gut sichtbar. Die Mensa ist dagegen auf der Ost- und Westseite mit jeweils einem vergoldeten Relief verziert, die auf den Anfang der Passion hinweisen: Sie zeigen das letzte Abendmahl und die Fußwaschung.
Die Vasen auf der Altarschranke geben die darauf folgenden Episoden wieder: Christus am Ölberg, die Gefangennahme, Christus vor dem Hohepriester und Pontius Pilatus, die Verleugnung durch Petrus, die Dornenbekrönung, die Kreuztragung und die Grablegung. Die Reliefs sind äußerst fein, detailreich und bewegt wiedergegeben, wie es sich in Marmor so kaum gestalten lässt. Der Alabaster, bei dem es sich um einen weichen Gipsstein handelt, macht dies jedoch möglich.
Acht ebenfalls auf der Altarschranke stehende Puttenpaare unterstreichen das Thema der Leiden Jesu. Denn in ihren Händen halten sie die Passionsattribute, sogenannte „Arma Christi“: Der Geldbeutel und die Laterne deuten auf den Verrat des Judas hin; der Krug symbolisiert die Handwaschung des Pilatus; Würfel, Dornenkrone und Schweißtuch der Veronika verweisen auf den Kreuzweg, Tuch, Hammer und Zange auf die Kreuznagelung.
Durch ihre Körpersprache und Mimik drücken die Putten ihre innere Haltung zu den symbolisierten Taten aus – sie sind verzweifelt, hoffnungslos, zeigen Abscheu oder Mitleid.
(Quelle: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg/ssg)
Die Öffnung von Kloster und Schloss Salem richtet sich nach der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg. Tagesaktuell abrufbare Infos: www.salem.de.
Weitere Informationen:
www.salem.de
www.schloesser-und-gaerten.de
Salem, innen, Münster-Passion. Foto: ssg ov Salem/ ssg-pressebild
Salem, innen, Münster-Passion. Foto: ssg ov Salem/ ssg-pressebild
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