Kassel. - „Kröne dich selbst – sonst krönt dich keiner!“, sagt Felicitas Hoppe. Am 17. Juli war es allerdings anders: Die Schriftstellerin wurde mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor unter Corona-Bedingungen gekrönt. Der Förderpreis komische Literatur ging an den Schweizer Autor und Dramatiker Lukas Linder.

Der Preis, dotiert mit 10.000 € und einer Bronze-Skulptur der Bildhauerin E.R. Nele, wurde statt im Kasseler Rathaus ausnahmsweise in der Grimmwelt Kassel im kleinen Gästekreis verliehen.

Hoppes Humor als Zugang zur Lebenskunst
Der Stiftungsrat hat seine Wahl von Felicitas Hoppe als Preisträgerin u.a. wie folgt begründet:
"Felicitas Hoppes einzigartigem und vielfältigem Oeuvre liegt auf allen Ebenen des Schreibens Humor als Haltung zur Welt und als Quelle literarischer Einbildungskraft zugrunde. Ihre faszinierende poetische Beweglichkeit hat sagen- und märchenhaft verdichtete Geschichten hervorgebracht, die von "Picknick der Friseure" bis "Prawda" reichen. Gelehrt und vergnüglich werden dabei viele volkstümliche und hochliterarische Traditionen eingeflochten und fortgesponnen.“

Über Felicitas Hoppe
Geboren am 22. Dezember 1960 in Hameln, studierte Felicitas Hoppe Literatur, Rhetorik und Religionswissenschaft sowie Italienisch und Russisch in Tübingen, Berlin und an der University of Oregon. Sie lebt in Berlin und im schweizerischen Leuk. Felicitas Hoppe veröffentlichte Erzählungen, Romane, Kinderbücher, Feuilletons sowie Übersetzungen als eine der Klügsten und Beweglichsten unter den Autorinnen und Autoren der deutschen Literatur. Das gilt neben der Dichtung ebenso für den Diskurs bei ihren verschiedenen Gastprofessuren in Deutschland, den USA und China. So hatte sie im Jahr 2019 auch die "Brüder-Grimm-Poetikprofessur" der Universität Kassel inne. Felicitas Hoppes humoristisches und selbstbezügliches Erzählen manifestierte sich brillant schon in dem mit dem "Aspekte-Literaturpreis" ausgezeichneten Band "Picknick der Friseure" (1996). Es entwickelte sich in ihren Romanen weiter, die u.a. Reise- oder Märchenmotive wie auch historische Stoffe verarbeiten wie "Pigafetta" (1999), "Paradiese, Übersee" (2003), "Johanna" (2006), der Jugendroman "Iwein Löwenritter" (2008) oder zuletzt "Prawda. Eine amerikanische Reise" (2018). Außergewöhnlich ist dabei das changierende Spiel mit Fiktion und Wirklichkeit, das vor ihrer eigenen Person nicht Halt macht, wie ihre fiktive Autobiografie "Hoppe" (2012) oder auch der Film "Felicitas Hoppe sagt" (2018) zeigen. Für ihr Werk, das vornehmlich im S. Fischer-Verlag erscheint, erhielt sie hohe literarische Würdigungen, so im Jahr 2012 den Georg-Büchner-Preis und im letzten Jahr den erstmal vergebenen "Großen Preis des Deutschen Literaturfonds".
(Quelle: Stadt Kassel)

Weitere Informationen:
www.kassel.de
https://brueckner-kuehner.de |
www.felicitas-hoppe.de

Felicitas Hoppe. Bild: © Anja Köhne/Stadt Kassel

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