Pfaffenhofen/Ilm. - Michaela Schenk, Inhaberin und Geschäftsführerin des Pfaffenhofener Kleiderbügelherstellers MAWA GmbH, führt selbst erfolgreich ein Unternehmen und äußert sich zu Themen rund um Chancengleichheit. Brikada gibt das Interview in Auszügen wider.

Die sogenannte Frauenquote für Aufsichtsräte wurde bereits im Jahr 2016 eingeführt. Im Juni beschloss der Bundestag nun eine Ergänzung. Ist das überhaupt notwendig?

„Früher war ich überhaupt kein Freund der Frauenquote. Ich war davon überzeugt, dass jeder es durch Leistung schaffen muss und auch kann. Ich glaube, dass viele Frauen und auch Männer ähnlich denken. Niemand möchte nur aufgrund seines Geschlechts eine Position erhalten. Aber mittlerweile denke ich, dass eine solche Frauenquote vielleicht nötig ist, damit Veränderung möglich ist."

Sind wir denn damit in der Gleichberechtigung angekommen oder sind wir noch lange nicht am Ziel?

„Nach aktuellen Zahlen des statistischen Bundesamtes lag der Anteil von Frauen in Führungspositionen im Jahr 2019 noch immer bei nur 30 Prozent. Damit lag Deutschland im Vergleich der EU-Länder auf Rang zwanzig. Frauen in Führungspositionen sind also noch immer unterrepräsentiert. Im Vergleich zu den Zahlen der letzten Jahre lässt sich aber feststellen, dass wir bereits auf einem guten Weg sind, auch wenn es noch Luft nach oben gibt. Es ist wichtig, dass ein Umdenkprozess stattfindet.

Wir sollten uns daran gewöhnen, dass es Frauen in Führungspositionen gibt. Quotenfrauen können daher als Vorbilder für andere dienen. Ich hatte als Frau häufig das Problem, nur männliche Vorbilder zu haben. Aber ich habe mich in ihrer Art zu führen nicht wiedergefunden und so über die Jahre meinen eigenen Stil entwickelt. Das war ein mühevoller Prozess, auch wenn ich rückblickend sagen kann, ich würde alles unbedingt wieder so tun. Es hat mich sehr bereichert.

Doch Frauen führen anders. Als Frau kämpft man eher für die Sache als für die Macht. Deshalb denke ich, dass es für Frauen und Männer wertvoll ist, dass es auch weibliche Vorbilder gibt. Diese Rolle können Quotenfrauen übernehmen. Darüber hinaus kann damit auch ein dynamischer Prozess entstehen. Frauen in Führungspositionen können andere Frauen nachziehen.“

Wie ist Ihr eigener Führungsstil?

„Mir ist es wichtig, eine Balance zu finden, zwischen klaren Ansagen und Rücksicht auf individuelle Bedürfnisse zu nehmen. Wenn ich etwas mit meinen Mitarbeitern zu besprechen habe, zitiere ich sie nicht in mein Büro, sondern gehe zu ihnen. Mir ist es wichtig, im engen und konstruktiven Austausch mit meinem Team zu stehen und es mit in meine Entscheidungsfindung einzubeziehen. So potenziert sich das Know-how. Ich diskutiere Fragen immer mit meinen Fachleuten und entscheide erst dann, also wohl abgewogen. Wenn es doch einmal eine Entscheidung gegen die Interessenlagen einzelner Betroffener gibt, erläutere ich meine Entscheidung, damit sie zumindest diese verstehen können beziehungsweise die Gründe kennen.“
(Quelle: Borgmeier Public Relations)

Weitere Informationen:
www.mawa.de

* Michaela Schenk, Geschäftsführerin der MAWA GmbH. Bild: MAWA GmbH

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