Tina Kutschki ist als Entwicklungschefin bei Ghost für die Rahmenentwicklung über die technische Konstruktion bis hin zu Testfahrten für alles verantwortlich. Foto: ghost-bikes.de | pd-f
Tina Kutschki ist als Entwicklungschefin bei Ghost für die Rahmenentwicklung über die technische Konstruktion bis hin zu Testfahrten für alles verantwortlich. Foto: ghost-bikes.de | pd-f
Die Fahrradbranche ist klimafreundlich, nachhaltig, zukunftsorientiert, aber (noch) nicht weiblich. Dabei bietet sie für Frauen verschiedene Berufsfelder, die über die traditionelle Fahrradmechanikerin hinausgehen. Foto: ghost-bikes.de | pd-f
Die Fahrradbranche ist klimafreundlich, nachhaltig, zukunftsorientiert, aber (noch) nicht weiblich. Dabei bietet sie für Frauen verschiedene Berufsfelder, die über die traditionelle Fahrradmechanikerin hinausgehen. Foto: ghost-bikes.de | pd-f
Das Cross-Country-Mountainbike „Lector FS World Cup“ macht seinem Namen alle Ehre: Profi Anne. Foto: www.pd-f.de / Luka Gorjup | Lux Fotowerk
Das Cross-Country-Mountainbike „Lector FS World Cup“ macht seinem Namen alle Ehre: Profi Anne. Foto: www.pd-f.de / Luka Gorjup | Lux Fotowerk
„Das Schöne an der Fahrradbranche ist der praktische Bezug. Man entwickelt monatelang etwas am Schreibtisch, und wenn das Produkt wirklich da ist, kann man es selbst testen. Das ist unbeschreiblich“ Tina Kutschki, Head of Engineering beim Fahrradhersteller Ghost. Foto: ghost-bikes.de | pd-f
„Das Schöne an der Fahrradbranche ist der praktische Bezug. Man entwickelt monatelang etwas am Schreibtisch, und wenn das Produkt wirklich da ist, kann man es selbst testen. Das ist unbeschreiblich“ Tina Kutschki, Head of Engineering beim Fahrradhersteller Ghost. Foto: ghost-bikes.de | pd-f

Waldsassen. - In einer Serie stellt der pressedienstfahrrad ausgewählte Berufe aus der Zweiradbranche und die Frauen dahinter vor. Diesmal: Tina Kutschki. Die 33-Jährige ist Head of Engineering beim Fahrradhersteller Ghost in Waldsassen und damit eine von sehr wenigen Frauen in dieser Position.
Brikada gibt das Interview in Auszügen wider.

Als Tina Kutschki im Mai dieses Jahrs zur Head of Engineering beim Fahrradhersteller Ghost befördert wurde, konnte sie es erst mal nicht richtig fassen. „Ich saß da und dachte: Wow, es ist komplett verrückt; ich bin jetzt Entwicklungschefin.“

Seit acht Jahren ist sie beim Fahrradhersteller in Waldsassen mit der Entwicklung und Konstruktion von Fahrradrahmen und -teilen beschäftigt. Ein Bereich, der ihr viel Spaß bereitet. Von der Rahmenentwicklung über die technische Konstruktion bis hin zu Testfahrten ist sie für alles verantwortlich. „Das Schöne an der Fahrradbranche ist der praktische Bezug“, sagt Tina Kutschki.
Ihr neues Aufgabenfeld umfasst jetzt mehr Organisatorisches, von der Koordination der Projekte bis zur Weitergabe der Erfahrungen beim Anlernen und Einarbeiten neuer Kolleg:innen. Die Fahrradbranche ist für sie dabei vorbildlich, weil man durch das Hobby bereits eine enge Verbindung hat. Gemeinsame Ausfahrten mit den Kolleg:innen würden dafür sorgen, dass man sich gut versteht und gegenseitigen Respekt erarbeitet.

„Einmal draußen in der Natur mit dem Rad unterwegs und schon herrscht eine ganz andere Stimmung. Das macht die Zusammenarbeit sehr viel wertvoller und angenehmer“, so Kutschki. Respekt hat sie sich im Entwicklungsteam auch durch ihre enge Zusammenarbeit mit dem hauseigenen Damen-Rennteam erarbeitet. Die Spitzensportlerinnen vertrauen den Ideen der jungen Entwicklerin – bislang eine Ausnahme, da der technische Entwicklungsbereich in der Fahrradbranche männerdominiert ist.
Gemischte Teams bringen Vorteile

Für Kutschki aber kein Problem. Sie ist der Überzeugung, dass Fahrräder für Frauen nicht komplett von Frauen entwickelt werden müssen und Räder für Männer nicht nur von Männern. So arbeite sie schließlich auch an Männermodellen bzw. setzt bei Ghost im sportlichen Bereich auf Unisex-Modelle. Die Inputs von Frauen sind jedoch wichtig für die Produktentwicklung generell.
„Frauen bringen ganz andere Ideen und Denkweisen in die Entwicklung mit ein. Teams sollten deshalb möglichst gemischt aufgestellt sein“, ist ihre Einstellung. Viel wichtiger als das Geschlecht sei aber die Kompetenz, die der oder die Einzelne in das Projekt einbringt.

Bereits im Studium Einzelkämpferin
Die gebürtige Sächsin sammelte ihre Entwicklungskompetenz bei einem Studium im Bereich Sport Engineering an der TU Chemnitz. Dabei werden Kenntnisse der wesentlichen Ingenieurswissenschaften in Verbindung mit den Funktionsweisen des menschlichen Körpers gelehrt.

Mehr Begeisterung für das Rad schaffen
„Es muss mehr Begeisterung geschaffen werden – Mountainbiken ist kein reiner Männersport. Auch Frauen können Spaß und eine gute Zeit haben“, ist sie überzeugt. Women’s Camps seien ein guter Anfang, aber auch in Schulen könne noch mehr gemacht werden, um gerade Schülerinnen fürs Radfahren zu begeistern. „Ich gebe auch gerne Tipps, um gemeinsam Spaß zu haben“, bietet Tina Kutschki an. Es warte nämlich noch viel Arbeit.
(Quelle: pd-f/tg)

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