





Hannover. - Irgendwie gemocht haben sie sich wohl nie und persönlich begegnet schon gleich gar nicht. Verpasste Gelegenheiten oder zu verschieden waren die beiden Künstler, der spanische Maler Pablo Picasso (1881 bis 1973) und der deutsche Maler Max Beckmann (1884 bis 1950) .
Doch dem Sprengel Museum mit Direktor und Kurator der Ausstellung Reinhard Spieler sowie dem Co-Kurator Alexander Leinemann ist mit der Ausstellung Pablo Picasso | Max Beckmann Mensch - Mythos – Welt genau solch eine Zusammenkunft gelungen!
Pablo Picasso und Max Beckmann haben in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen entscheidenden Beitrag zur Neudefinition der gegenständlichen Malerei geleistet. Gezeigt werden zahlreiche Werke aus den hochrangigen Beständen des Sprengel Museum Hannover und des Von der Heydt-Museum Wuppertal.
Der spannungsreiche Dialog, der sich aus der gemeinsamen Präsentation ergibt, widmet sich den Verwerfungen der Zeitgeschichte zweier Weltkriege, der künstlerischen Neubetrachtung der Welt sowie der von Gewalt und Unfreiheit belasteten Geschlechterbeziehung.
Reinhard Spieler: „In den mythischen Bildfindungen Picassos wie Beckmanns wird das zeitlose, ewig menschliche Drama verständlich, wobei ihre Aussagekraft auch für den gegenwärtigen Zustand der Welt erhalten bleibt.“
Die Ausstellung ist chronologisch angelegt. Zudem werden die Werke beider Künstler so platziert, dass das Publikum die künstlerischen Entwicklungen nachvollziehen kann. Will heißen: Beckmanns Werke werden auf roter Wand, Picassos Arbeiten auf violettem Grund gezeigt. Die Schau beginnt mit dem künstlerischen Aufbruch am Anfang des 20. Jahrhunderts, führt dann zu einer Beruhigung und Annäherung in ihren Bildsprachen zu Beginn der 1920er Jahre und mündet in die mythologischen Bildwelten in den 1930er und 1940er Jahren. In dieser Phase verarbeiten Picasso und Beckmann ihre Erfahrung von Krieg und Gewalt.
Im letzten Ausstellungsraum sind die künstlerischen Welten Picassos und Beckmanns gemischt auf dezent grauem Grund präsentiert. Herausgearbeitet ist hier die Beziehung von Mann und Frau, die für beide Maler zentrales Thema ist. Co-Kurator Alexander Leinemann befindet: „Männer, die Frauen betrachten: Dieses Motiv zieht sich durch die gesamte Kunstgeschichte und findet auch in den Werken von Picasso und Beckmann seinen Ausdruck.“
Die Ausstellung ist in Kooperation mit dem Von der Heydt-Museum Wuppertal entstanden und steht unter der Schirmherrschaft des Botschafters der Französischen Republik in Deutschland, François Delattre. Leihgaben u.a.: Musée Picasso in Paris, Kunstmuseum Basel, Bayerische Staatsgemäldesammlungen sowie Privatbesitz.
Ein Katalog ist im DISTANZ-Verlag erschienen und für 32 € im Museumsshop erhältlich.
Pablo Picasso | Max Beckmann Mensch - Mythos – Welt wird eröffnet am Freitag, den 16.2.24 um 19.00 Uhr. Laufzeit: 17.2. bis 16.6.24
(Quelle: Sprengel Museum Hannover)
Weitere Infos:
www.sprengel-museum.de
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