Vergnüglicher Lebkuchen-Wettbewerb im Münchner Café Luitpold

Konditormeister Albert Ziegler hatte reichlich duftende Teigplatten vorbereitet. Die Architekten schnitten und vermaßen, berechneten, prüften und fügten auf einer Grundfläche von 35 x 55 cm mit Hilfe des für das Baugewerbe entdeckten Bindemittels Eiweiß und Puderzucker Teig-Quadrate, -Dreiecke, -Schrägen, -Balken, -Klötzchen zu teilweise avantgardistischen Schöpfungen zusammen. Sieger Rainer Hofmann von Bogevichs Büro schuf ein sturmdurchtostes Werk – es ähnelt ein wenig dem Opernhaus in Sydney – sättigt aber sehr viele Lebkuchenfreunde. 

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Bildtext: Ex-Stadtbaurätin Christiane Thalgott und Muck Petzet von Muck Petzet Architekten schufen dieses schwungvolle Hexen-Heim. Foto: Café Luitpold.

 

 

 

Gerald Hadler (demmel und hadler), dem wir den Umbau des Café Luitpold verdanken, interpretiert das Lebkuchenhaus in der alpenländischen Tradition. Die Wände scheinen dank des reichlichen Einsatzes des schaumig gerührten süßen weißen Bindemittels inspiriert von einer Luitpold-Schichttorte.

Ein „Fehler in der Statik“ verursachte an einem Hochhaus-Modell von Amandus Sattler leider irreparable Bauschäden. (Was dem köstlichen Geschmack keinen Abbruch tat.)

 

Bildtext: Klare Linien, üppiger Rauch aus dem Schornstein und verlässliche Statik, damit überzeugte Architekt Florian Nagler die naschsüchtige Jury. Foto: Café Luitpold.

 

Ein beeindruckender Kamin inklusive großer weißer Rauchwolke schmückt den imposanten Bau von Florian Nagler und seiner Tochter Johanna. Das von der ehemaligen Münchner Stadtbaurätin Christiane Thalgott gemeinem mit Muck Petzet erbaute Werk hätte bestimmt auch König Ludwig II. gefallen – es ist tropfenförmig und romantisch-verspielt, eine prächtige buntgeschmückte Tanne (Tanne zwo, eine plötzlich durch die Konditorei brausende Böe knickte Tanne eins entzwei) hat etwas Märchenhaftes.

Weitere bildschöne Hexenhäuschen haben Mikala Holme Samsoe (Hennig Larsen Architects) und Hermann Kaufmann geschaffen.

Im Grunde hat jedes Häuschen einen Preis verdient, Dr. Stephan Meier, Pächter des Café Luitpold, pries die unvergleichlichen ästhetischen Qualitäten sämtlicher Werke. Wer sie sehen will: Alle Lebkuchen-Bauten sind in den nächsten Wochen im Café Luitpold und in den Räumen des BDA (Bund Deutscher Architekten) in München ausgestellt.

 

Bildtext: Einen Scheck über 5000 Euro überreicht BPR Dr. Schäpertöns (2.v.l.) an die Vertreter der Zentralen Wohnungslosenhilfe der Stadt München, Frau Schimpfhauser und Herrn Willim. Wettbewerbssieger Rainer Hofmann freut sich mit ihnen. Foto: Café Luitpold

 

Und sie können gegen Bares erworben werden – der Erlös geht an die Zentrale Wohnungslosenhilfe der Stadt München. Bereits am Back-Abend überreichte Dr. Schäpertöns vom Büro Dr. Schäpertöns und Partner einen Scheck über 5000 Euro an diese Institution, Karlheinz Beer, 1. Vorsitzender BDA Landesverband Bayern, stockte den Betrag noch einmal um 1000 Euro auf.
Doris Losch

Weitere Informationen:
www.cafe-luitpold.de

Titelbild: Als Sieger im Lebkuchen-Wettbewerb im Café Luitpold ging Rainer Hoffmann hervor. Foto: Café Luitpold.