Anstiftung zur Stadtentdeckung – ein Kunst- und Kulturprojekt in Dorsten


Unter den Mitwirkenden befinden sich renommierte Künstler, Geschäftsleute und engagierte Privatleute. Anstiftung zur Stadtentdeckung heißt das feine kleine Programm, das kürzlich in Dorsten im Jüdischen Museum seinen Anfang nahm.

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Noch bis zum 15. September wird an ganz unterschiedlichen Standorten an die Geschichte der Altstadt Dorstens erinnert und die Gegenwart auf neue Spuren befragt.

Begonnen hatte alles ziemlich genau vor einem Jahr, als Anstiftungsinitiatorin Marion Taube den Architekturfotografen Tomas Riehle gewinnen konnte, sich für die Dokumentation der zum Abriss bestimmten Klausur des 300 Jahre alten Ursulinenklosters im Ort zu begeistern. Denn die sollte im Herzen der Altstadt spurlos verschwinden, um einem Neubau Platz zu machen. Die Qualität der Arbeiten von Tomas Riehle wiederum stiftete das Jüdische Museum Westfalen an, sofort als Ausstellungsort für die Foto-Dokumentation zur Verfügung zu stehen.

Zugleich wurde daraus dann das Kooperationsprojekt „Anstiftung zur Stadtentdeckung“ geboren. Aus dem ersten Stolperstein, dass ein weiterer historischer Ort sang- und klanglos abgerissen werden sollte, entwickelte sich eine, von einem bis dahin unbekannten Gemeinschaftssinn getragene sinnliche Reise durch die wechselvolle Geschichte der alten kleinen Hansestadt an der Lippe, deren Altstadt in den letzten Kriegstagen fast vollständig zerstört wurde und heute nur noch an wenigen authentischen Orten an die Schönheit alter Tage erinnern kann.

Jeder dieser einmaligen und authentischen Orte erhält ein kleines Programm: bei den Patres und den Ursulinen ein feines Theater-Projekt mit Jugendlichen zum Tagebuch der Anne Frank, eine alte Samenhandlung aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts wird konzertant bespielt, der Ex-Boxer und Polsterer "Ittek" Seemann bittet auf seinem Schaufenster-Chaiselongue zum Klönschnack über alte Zeiten, eine Hamburger Autorin hat sich auf das Experiment der Stadtschreiberin eingelassen, drei junge Künstler der Stuttgarter Kunstakademie arbeiten in einem Offenen Atelier in der Innenstadt und irritieren mit neuen Stadtbewertungen, die Mutter der Kinderbuchautorin Cornelia Funke lädt erstmals in ihren idyllischen Altstadtgarten und liest mit dem Bürgermeister der Stadt und Kindern aus "Reckless"… – 43 Angebote, 43 mal die Chance einer frischen, unverbrauchten Wahrnehmung der eigenen Stadt mit allen Sinnen.
Quelle: Jüdisches Museum Westfalen

Weitere Informationen:
www.anstiftung-dorsten.de

Bildtext (v.l.): Sylvia Heinlein, Stadtschreiberin, und Marion Taube, Initiatorin „Anstiftung zur Stadtentdeckung“ von Dorsten. Foto (l): Norbert Reichling: Foto (r.): moritzbrilofotografie