Ingrid Noll: “Hab und Gier”

Ingrid Nolls jüngster Plot hat es wieder in sich. Kaum erfassen die Leser eine kitzelige Situation, wartet schon die nächste unerwartete Wendung, frische Abgründe tun sich auf, böse Geheimnisse kommen ans Licht, Szenen einer verflossenen Ehe verdüstern die Stimmung in Wolframs Villa, eines morgens liegt er da, erdrosselt … Und es war nicht Karla, die ihm die Liebe getan hat, ihm, der das wunderschöne Wort „Gabelfrühstück“ vor dem Vergessen gerettet hat.

Im Garten des Anwesens wird ein Babygrab entdeckt, eine Öllache fordert das Leben von Motorradfahrern, K.O.-Tropfen schießen übers Ziel hinaus. Immer wieder bangt die Leserin, ob nicht die Protagonistin am Ende doch im Knast landet. Doch nein! Es gibt ein Happy Ending, allerdings … Auch in dieses gießt die Grande Dame des deutschen schwarzen Krimi-Genres noch einen kräftigen Schuss schwarze Galle …

Brikada-Bewertung: Ein Krimi-Hochgenuss mit dem Effekt von gruseligem Kichern …
Doris Losch

Ingrid Noll: „Hab und Gier“, Hardcover, Leinen, mit Schutzumschlag, 256 Seiten, Euro 21.90, ISBN 978 3 257 06885 6, erschienen im Diogenes-Verlag, Zürich.

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www.diogenes.ch