“Sisters in Crime” werden “Mörderische Schwestern”


Seit mehr als zehn Jahren gibt es sie schon, die Sisters in Crime. German Chapter. Sie sind die deutschsprachige Sektion der 1987 von Sara Paretsky und anderen erfolgreichen US-Autorinnen ins Leben gerufenen internationalen Vereinigung von Krimiautorinnen. Weltweit gehören ihr mehr als 3.100 Mitglieder an, untergliedert in mehr als 50 vorrangig nationale Gruppen.

Die deutschsprachigen Sisters in Crime haben sich nun einen neuen Namen gegeben. Ihre rund 300 Mitglieder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz firmieren ab sofort unter dem Namen Mörderische Schwestern. “Natürlich morden wir nur auf dem Papier und in unserer Fantasie”, erklärt die derzeitige Präsidentin der Mörderischen Schwestern, Beatrix M. Kramlovsky. “Trotzdem ist unser Name nicht nur schwarzhumorig gemeint, sondern soll auch ausdrücken, dass wir uns in unserer Literatur durchaus ernsthaft mit den Ursachen und Folgen von Gewalt auseinandersetzen.”

Ihrem alten Ziel, der Diskriminierung von Frauen im Krimigenre entgegenzuwirken, werden die Mörderischen Schwestern weiterhin treu bleiben. Zugleich wollen sie aber die Eigenständigkeit der deutschsprachigen Krimiautorinnen stärker hervorheben.

“Wir bleiben weiterhin den amerikanischen Sisters in Crime verbunden und im internationalen Netzwerk aktiv”, so die Wiener Autorin Beatrix M. Kramlovsky weiter. “Aber als deutschsprachige Europäerinnen wollen wir auch eigener Befindlichkeit, Identität und Bedürfnissen sowie den Regeln des hiesigen Buchmarkts Rechnung tragen.”

Diese Orientierung wird auch durch ein neues Logo unterstrichen, das fortan von den Mörderischen Schwestern verwendet wird. Entwickelt wurde das Logo von der Krefelder Grafikerin und Krimiautorin Ina Coelen, die ebenfalls Mitglied bei den Mörderischen Schwestern ist.

Hintergrund:
Zur 1996 ins Leben gerufenen deutschsprachigen Gruppe zählen rund 300 Autorinnen und Förderinnen des Frauenkrimis, darunter so renommierte Krimiautorinnen wie Edith Kneifl, Milena Moser, Ingrid Noll, Sabine Deitmer und Susanne Mischke. Dass das Engagement und der bisherige Erfolg der Mörderischen Schwestern europäische “Nachahmerinnen” findet, zeigt die Absicht der italienischen Krimiautorinnen: Analog zu den deutschsprachigen Kolleginnen wollen sie sich künftig in einem ähnlich strukturierten Netzwerk organisieren. Auch die schwedischen und finnischen Schriftstellerinnennetzwerke diskutieren bereits emsig über einen losen, freundschaftlichen Austausch mit ihren Mörderischen Schwestern nach. Die europäische Familie der Krimiautorinnen wächst also stetig an.