Evelyn Grill: “Das Antwerpener Testament”


Die österreichische Autorin hat sich eine düstere Geschichte ausgedacht, sehr ernst, mit einer gewissen Morbidität, wie wir sie häufig in österreichischen Geschichten vorfinden (obwohl Evelyn Grill in Breisgau in Deutschland lebt), literarisch auf hohem Niveau. Die Leser müssen von der ersten bis zur letzten Seite mitdenken, ohne dass sie für irgendeine der auftauchenden Figuren besondere Sympathie empfinden können, was die Sache ein wenig anstrengend macht.

Irgendwie durchweht das Buch eine unbequeme Kühle … freilich war das gesamte 20. Jahrhundert, durch das sich die Story zieht, ja in Europa auch keine ausgesprochen warmherzige Zeit.

Henriette Stanley entstammt einer Reederfamilie in Antwerpen. Sie will um jeden Preis die Ehe ihrer Tochter Ann mit einem Deutschen verhindern, was aber nicht gelingt. Henriettes Sohn ist „geistesgestört“. Die Schwester ihres Mannes ist unter mysteriösen Umständen verschwunden. Ach, es geht drunter und drüber und an allem sind wieder einmal die Mütter bzw. die Schwiegermütter schuld.

Die Verhältnisse der Personen zueinander sind kompliziert, das Geschehen spielt abwechselnd im englischen Worthing, New York, London, Antwerpen, im Schwarzwald.
brikada-Bewertung: Vorsicht vor selbstsüchtigen frömmelnden Müttern und Schwiegermüttern!
Doris Losch

Leserbewertung:
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Evelyn Grill: „Das Antwerpener Testament“, 320 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen, 125 x 205 cm, 22.90 Euro, ISBN 9 783 7017 1566 4, erschienen im Residenzverlag St. Pölten/Salzburg.

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