MVHS: Sylvia Kabus und Ines Geipel: “Zensiert, verschwiegen, vergessen.


Ein übersehenes und beiseitegedrängtes Kapitel der ostdeutschen Literaturgeschichte: Schriftstellerinnen, die im DDR-Regime ihre literarischen Fähigkeiten nicht verwirklichen konnten und nicht selten elend zugrunde gingen. Ein übersehenes und beiseitegedrängtes Kapitel der ostdeutschen Literaturgeschichte: Schriftstellerinnen, die unter dem DDR-Regime ohne Öffentlichkeit blieben, da ihre Gedichte als tendenziös, ihre Prosa als hetzerisch, ihre Lebenshaltungen als systemzersetzend galten. In ihrem Vortrag, nach dem gleichnamigen Buch "Zensiert, verschwiegen, vergessen", stellt Ines Geipel Vertreterinnen einer "verhinderten Generation weiblichen Schreibens" vor, u.a. Edeltraud Eckert, Susanne Kerckhoff, Inge Müller, Gabriele Störzer und Sylvia Kabus. Anschließend liest Sylvia Kabus aus ihrem Roman "Weißer als Schnee", der in der DDR nicht erscheinen konnte, da der Aufbau Verlag das Manuskript als "zersetzend" ablehnte.

Ines Geipel, ehemalige Weltklasseleichtathletin, lehrt an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, Berlin. Sie veröffentlichte Romane, schrieb eine Biografie über die Dichterin Inge Müller und initiierte das "Archiv unterdrückter Literatur in der DDR".

Sylvia Kabus war in der DDR u.a. Redakteurin einer Kulturzeitschrift. Als Miterstürmerin der Leipziger Staatssicherheit engagierte sie sich in der Bürger- und Frauenbewegung und baute das Literaturbüro Leipzig mit auf.

Der Vortrag/die Lesung "Zensiert, verschwiegen, vergessen. Autorinnen in Ostdeutschland 1945 – 1989" findet statt am Mittwoch, 28. Oktober 2009, 20 Uhr im Gasteig, Vortragssaal der Bibliothek, Rosenheimer Str. 5 in München. Veranstalter ist die Offene Akademie der Münchner Volkshochschule.

Weitere Informationen:
www.mvhs.de

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