Eigentlich trifft die Bezeichnung, dass Amélie Nothomb mit "Attentat" ihre Leser überrascht, keineswegs zu; denn die 1967 in Kobe geborene Autorin, die ihre Kindheit und Jugend als Tochter eins belgischen Diplomaten in Japan und China verbrachte, erfüllt mit dem vorliegenden Roman die Leseerwartung ihrer Fangemeinde wieder einmal auf ungewöhnliche Weise. Hochspannung pur: bitterscharfe-kritische Einblicke in die so genannte "Lifestyle-Mode-Film-Welt", verbunden mit dem Psychogramm einer gekränkten, feinfühligen Seele in einem abgrundtief-häßlichen Körper. Provokant und frech und meisterhaft sezierend beschrieben ist die Hauptfigur mit dem göttlich-erscheinungshaften Namen Epiphane, dessen Lebensgeschichte dem "Quasimodo" von Victor Hugo nur ähnelt und zu einem verblüffenden Ende führt. "Attentat": ein Buch für starke Nerven!
Amélie Nothomb "Attentat", Aus dem Französischen von Wolfgang Krege, 208 Seiten, Leinen, 18,90 Euro,
ISBN 3257065256; erschienen im Diogenes Verlag, Zürich.
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