Golf – statt Stöckelschuh!


Hinzu kommen zahlreiche unorganisierte Spielerinnen, die den grünen Sport als attraktive Freizeitbeschäftigung für sich entdeckt haben und ohne Mitgliedschaft auf öffentlichen Anlagen abschlagen.

Warum Golfen bei Frauen immer beliebter wird, hat sich die Vereinigung clubfreier Golfspieler (VcG) von PGA*-Master Professional Peter Koenig erklären lassen. Er trainierte mehrere Jahre die Damen-National-Mannschaft des Deutschen Golf Verbandes und errang mit dieser neben vielen internationalen auch den Titel des Vize-Weltmeisters. Der Leiter der Golfschule „erfolgreich golfen“ im Mainzer Golfclub berichtet, in welchen Bereichen des Golfsports die „Mädels“ den „Jungs“ sogar überlegen sind und worauf Golf-Einsteigerinnen achten sollten.

„Frauen schätzen am Golfen vor allem die Vielfältigkeit, die das Spiel bietet, das Glücksgefühl, wenn der Ball erfolgreich gespielt wurde und die Auseinandersetzung mit sich selbst im Golftraining“, weiß Peter Koenig, der seit 26 Jahren Golf-Unterricht erteilt.

„Auch der Fitnessfaktor ist beim Golfen nicht zu unterschätzen: Bei einer Runde über 18 Löcher legt man rund 8,5 Kilometer zügigen Schrittes zurück. Dabei werden stattliche 1.200 Kalorien verbrannt. Bei einem korrekt durchgeführten Abschlag spannen sich 124 von insgesamt 343 Muskeln an.“ Koenig kennt einen weiteren Grund, warum Frauen mehr und mehr Gefallen am Golfen finden: „Golf ist eine der kommunikativsten Sportarten überhaupt. Während einer Runde bieten sich immer wieder Gelegenheiten, sich mit seinen Partnern zu unterhalten, sich über private Themen auszutauschen oder einfach neue Leute kennen zu lernen. Das kann wohl kein anderer Sport von sich behaupten.“

Golfen ist eine der wenigen Sportarten, bei der sich Spieler mit unterschiedlichen Spielstärken messen können – versetzten Abschlägen sei dank. „Der grüne Sport bietet sich als ideales Hobby an: Frauen können mit ihrem Partner oder auch mit einem Flirt aus dem Golfkurs gemeinsam das Grün erobern“, so PGA-Master Pro Peter Koenig. „Da Frauen aber naturbedingt rund zwei Drittel weniger Muskelmasse und dadurch weniger Kraft haben als Männer, müssen sie versuchen, diesen Umstand durch eine ausgefeiltere Technik zu kompensieren. Frauen sind nach meiner Erfahrung beim Erlernen des Golfsports und dem anschließenden Üben disziplinierter als Männer. Sie verfolgen ihre Aufgaben konsequenter, deshalb ist dies meist kein Problem“, stellt Peter Koenig fest.

„Dadurch, dass Frauen in der Regel kürzere Schläge machen als Männer, geraten sie seltener in schwierige Situationen. Golferinnen spielen demnach auch schneller als Golfer, da sie nicht so häufig ihre Bälle suchen müssen. Im besten Falle haben die Frauen also die Nase im gemeinsamen Golfspiel sogar vorn.“

Auch die immer vielseitigeren Angebote der Golfclubs und -anlagen sprechen Frauen an: „Zahlreiche Golfplätze bieten inzwischen kurze Runden über neun oder weniger Löcher an. Das macht Lust auf einen kurzen Ausflug zum Golfplatz in den Abendstunden nach Feierabend.“ Auch die häufig gelockerten Dresscodes wecken die Lust aufs Grün. „Es gibt inzwischen sehr stylische Golfmode für alle Altersklassen. Frauen müssen auf dem Golfplatz auch nicht mehr Knie und Schultern bedecken. Nur zu viel Haut sollten sie nicht zeigen“, weiß der Experte.

Schritt für Schritt das Grün erobern
Allen, die nach einem Schnupperkurs oder gleich mit einem Platzreifekurs richtig durchstarten möchten, rät Peter Koenig: „Besonders bei Einsteigern sind die Qualifikation des Golf-Pros und die Gruppengröße entscheidend. Hier sollte man nicht zu sehr aufs Geld schauen. Wählen Sie lieber einen qualifizierten PGA Pro, der Unterricht in einer kleinen Gruppe gibt. Spaß und Erfolg bleiben so nicht auf der Strecke.“

Einsteigerinnen, die sich fragen, ob sie bei einem Pro oder einer Proette das Golfen erlernen sollten, gibt Koenig folgenden Tipp: „Ob Pro oder Proette kann nur die Spielerin selbst entscheiden. Wer vielleicht eher ein zurückhaltender Typ ist, der sich nicht gerne von einem Mann beim Schwung führen lässt, sollte eher eine Proette wählen.“

„Egal ob Mann oder Frau: Wer ernsthaft spielt, der hat ein sportliches Ziel vor Augen – die Verbesserung des Handicaps über die Teilnahme an Turnieren! Dies ist ausschließlich mit einer Handicapführung möglich, die nur innerhalb einer Mitgliedschaft angeboten wird“, sagt Marco Paeke, Geschäftsführer der VcG. „Ein weiterer Vorteil einer Golf-Mitgliedschaft: Man ist nicht mehr nur auf öffentliche Spielmöglichkeiten beschränkt, sondern kann die schönsten Golfplätze und –anlagen bundesweit kennen lernen und erkunden.“

Weitere Informationen:
www.vcg.de
(Der Link wurde am 17.02.2013 getestet.)

*Professional Golfers Association (PGA): Name eines Verbandes der Berufsgolfer

Bildtext: Frauen schätzen am Golfen vor allem die Vielfältigkeit, die das Spiel bietet. Etwa hier beim Putten.