dbs-npc: Auf der Piste werden die Paralympics-Teamkolleginnen zu Konkurrentinnen

Frechen. – Road to PyeongChang: Anna Schaffelhuber und Anna-Lena Forster kämpfen in derselben Startklasse um Medaillen – Während die eine aus dem großen Schatten ihres einstigen Vorbilds treten will, sieht die andere den Druck bei den Gegnerinnen. Die Paralympics finden vom 9. bis 12.März in PyeongChang/Südkorea statt.

 

Anna Schaffelhuber: IPC Weltmeisterschaften Ski Alpin 2017 – Tarvisio/Italien – vorletzter Veranstaltungstag -Riesenslalom. Foto: ©Ralf Kuckuck, DBS-Akademie

Vor vier Jahren räumte Anna Schaffelhuber alles ab. Fünf Starts, fünf Siege bei den Paralympischen Spielen in Sotschi 2014 – eine außergewöhnliche Bilanz. Die querschnittgelähmte Monoskifahrerin hat in Russland Geschichte geschrieben, wurde zum Gesicht der Spiele. Ebenfalls sehr erfolgreich war bei ihrer Paralympics-Premiere Teamkollegin Anna-Lena Forster mit drei Medaillen. Beide treten in derselben Startklasse an, sind Kontrahentinnen im Kampf um Edelmetall. Damals hatte Forster keine Probleme mit ihrer Rolle als Nummer zwei – doch jetzt will sie heraus aus dem Schatten.

In Sotschi war Anna-Lena Forster mit 18 Jahren das Küken der Deutschen Paralympischen Mannschaft. Dass sie von ihrer Premiere zwei Silber- und eine Bronzemedaille mit nach Hause nehmen würde, davon hätte die Monoskifahrerin zuvor wohl nicht einmal zu träumen gewagt. Doch inzwischen hat sich die Radolfzellerin längst in der Weltspitze begeben – und Paralympics-Gold ist diesmal kein Traum, sondern ihr klar formuliertes Ziel. „Damals war die Teilnahme an den Spielen mein großes Ziel und alles andere Zugabe“, erinnert sie sich. „Jetzt ist es eine andere Ausgangsposition: Ich möchte im Slalom Gold gewinnen“, betont die 22-Jährige, der von Geburt an das rechte Bein fehlt und deren linker Oberschenkel verkürzt ist.

Anna-Lena Forsterv: IPC Weltmeisterschaften Ski Alpin 2017 – Tarvisio/Italien – vorletzter Veranstaltungstag -Riesenslalom. Foto: ©Ralf Kuckuck, DBS-Akademie

Schließlich hat sie auch keinen Grund sich zu verstecken. Anna-Lena Forster gewann bereits mehrere Weltcup-Rennen, holte 2016 den Gesamt-Weltcup bei den Monoskifahrerinnen und lag bei der Weltmeisterschaft 2017 im Slalom nur ganz knapp hinter Anna Schaffelhuber, die die Startklasse der Damen sitzend seit Jahren dominiert.

Anna Schaffelhuber wurde für Anna-Lena Forster vom Vorbild zur Konkurrentin

In Sotschi hatte Forster noch kein Problem mit ihrer Rolle als Nummer zwei. „Anna war anfangs mein Vorbild. Ich musste mich erst einmal herankämpfen, es hat mir enorm viel gebracht, dass wir zusammen trainiert haben und den gesamten Winter gemeinsam unterwegs waren“, sagt die Athletin des BRSV Radolfzell. Es sei jedoch auch nicht immer einfach gewesen, nur im Schatten zu stehen und stets die zweite Geige zu spielen. Doch Anna-Lena Forster entwickelte sich weiter, verkürzte die Abstände – und das Vorbild wurde zur Konkurrentin. „Am Hang kämpft jeder für sich, aber abseits der Piste machen wir auch Späße über die Situation und haben uns gut damit zurechtgefunden“, erklärt Forster. Das ändert freilich nichts an ihrem Vorhaben: Sie will heraus aus Schaffelhubers Schatten.

Wir sind gespannt, wie sich die beiden Sportlerinnen in PyeongChang bewähren!
(Quelle: dbs-npc)

Weitere Informationen:
www.deutsche-paralympische-mannschaft.de
www.dbs-npc.de

 

Titelbild: IPC Weltmeisterschaften Ski Alpin 2017 – Tarvisio/Italien – Wettkampf Super-Kombination. Foto: ©Ralf Kuckuck, DBS-Akademie