Oktoberfest-Halbzeitbericht 2015: Kulinarisch im Aufwind

Kurioses aus dem Fundamt: Vom Gebiss bis zu verlorenen Kindern, vom Rollstuhl bis zur Klobürste und Clown-Kostüm, von Autoschlüsseln bis zu Kleidungssttücken – ein buntes Sammelsurium menschlicher Unachtsamkeit und Vergesslichkeit. Ganz zu schweigen von rekordverdächtigen Krugklauversuchen, fast doppelt soviele blieben im Visier der wachsamen Augen des Bedienpersonals und damit auch den Wirten erhalten.Die Entwendungsversuche – ein indirektes Komplement an den diesjährigen Krugmotivdesigner – mag sein …

 

Bildtext (o.): Nicht immer eitel Sonnenschein: Fahrgeschäfte blieben wetterbedingt vielfach unter den erhofften Umsätze. Foto: Brigitte Karch 
 

Aber sonst war (fast) alles in Ordnung oder wurde rasch in Ordnung gebracht. Nur auf das aprilhafte Wetter hattn die Wiesenverantwortlichen keinen Einfluss. Trotzdem blieb die Stimmung unter den Gästen heiter. Die Münchnerinnen und Münchner zog es auf ihre Wiesn, während die Besucher aus dem benachbarten Ausland noch zögerlich anreisten. So etwa aus den USA und Kanada, Großbritannien, Australien und Neuseeland, aus Japan und anderen asiatischen Ländern, aus der Schweiz und Italien.

Überhaupt lief es bis zur Wiesnhalbzeit auf Gelassenheit und „slow motion“ hinaus: es kamen schätzungsweie rund drei Millionen Gäste auf die Theresienwiese (im Vorjahr waren es 3,3 Millionen Besucher). Auf der Oidn Wiesn wurden 265.000 Besucher gezählt (2014: 269.000 Gäste).

Während die Schausteller wetterbedingte Einbußen hinnehmen mussten, erfreuten sich die gastronomischen Betriebe über steigenden Absatz in der Küche. Kulinarisch ist die Wiesn im Aufwind. Von altbayrischen Gerichten bis hin zu bayrischen Spezialitäten mit Pfiff, von fleischlosen Speisen bis zu veganer Kost findet sich (fast) alles auf dem Oktoberfest. Der Trend geht dabei weg vom Gängigen hin zum Besonderen. Der Schmankerl-Liebhaber gönnt sich statt Hendl eine knusprige Ente, und zieht immer öfter ein fleischloses Gericht zum Beispiel dem Ochsen vor.

 

 

Bildtext (l.): Rückläufiger Bierdurst auf der Wiesn. Foto: Brigitte Karch  

 

Die Vorjahreszahlen blieben hinter denen des Vorjahres zurück. So etwa in der Ochsenbraterei. Dort wurden 55 Ochsen (2014: 60) verspeist. Die Kalbsbraterei meldet den Verzehr von 22 Kälbern (2014: 27 Kälber). Im Straßenverkauf liefen wetterbedingt Bratwurst und Reiberdatschi besser als Fischsemmel und Emmentaler.Nach Aussagen der Wiesn-Wirte sank der Bierkonsum im Vergleich zum Vorjahr um circa zwei Prozent. Es darf spekuliert werden, ob's am Bierpreis (1 Mass für ca. 10 Euro) lag.

 

Ohne Souvenir durfte so manch Oktoberfestbesucher nicht heimkommen. Blumenkränze für die Dirndl-Frisur waren der Renner bei den Andenkenhändlern. Kleinigkeiten wie Pins oder Stamperl bis zehn Euro wurden gerne als Mitbringsel gekauft. Immer noch nachgefragt sind die modischen Trachtenhüte für die Dame.

 

Bildtext (u.): Modische Trachtenhüte waren sehr beliebt. Foto: Brigitte Karch

 

 

 

Insgesamt sind Festleitung, Schausteller, Marktkaufleute und Wirte mit dem bisherigen Verlauf der Wiesn zufrieden. Und außerdem: noch liegen 7 (in Worten sieben) Oktoberfesttage vor uns, da ist noch einiges an „Luft“ drin.
Brigitte Karch

 

 

Weitere Informationen:
www.oktoberfest.eu

 

Titelbild: Auf geht's in die zweite Wiesenhälfte! Foto: Brigitte Karch