Chrysantiquelle in Bad Birnbach feiert 40. Geburtstag


Natrium-Hydrogencarbonat-Chlorid – diese Zusammensetzung des bis zu 70° C heißen Thermalwassers wirkt wohltuend und heilend auf den menschlichen Bewegungsapparat und das Kreislaufsystem, möglicherweise auf geheimnisvolle Weise unterstützt vom Birnbacher Lokal-Heiligen Chrysantus. (Die Gebeine des Heiligen ruhen in der örtlichen Rokoko-Kapelle).

Badegäste wählen heute unter 14 Thermalbecken innen und außen und einem großen Therapie- und Wellnessangebot (Krankengymnastik, Massage, Gymnastik, Aromatherapie, Kosmetik, Hautpflegebäder etc.) und der Thermenwelt in so genannten Vitarium mit seinem 10 Thermalbecken. Glanzpunkte sind u.a. die Grotte der Sinne, der abends beleuchtete Thermenbach, das Gradierwerk und die Regensauna mit Gewitterfunktion. Sauna ist nämlich nur Sauna – es gibt eine Lehmsauna, eine Textilsauna, Kräuter-Aroma-Sauna, Kristallsauna …

Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit genießen Vorrang. Sämtliches Wasser wird täglich ausgetauscht. Das abgebadete Wasser durchläuft verschiedene Reinigungsstufen und wird von Fremdstoffen befreit. Ganz ohne Chlor geht es nicht, aber fast: Rote Augen und Chlorgeruch gibt es nicht. Der Chlorwert wird von einer modernen Leittechnik elektronisch gemessen. Zusätzlich nehmen Mitarbeiter dreimal täglich Proben von Hand.

Im Therapiebad gibt es eine weitere Reinigungsstufe mit Ozon. Das abgebadete und auf 20° C heruntergekühlte Wasser fließt in das namengebende Flüsschen Rott, wo sich übrigen auch der seltene Speisefisch Waller wohlfühlt. Geplant ist eine neue Technik, mit der das Wasser auf 10 – 8 ° C heruntergekühlt wird.

Das Prädikat "Bad" trägt der Ort seit 1979. Birnbach wurde 812 erstmals urkundlich erwähnt. Keltische Hügelgräber in der Nähe der Golfplätze datieren weit in die vorchristliche Zeit zurück. Jährlich besuchen rund 120.000 Kur- und Urlaubsgäste die Terme und lassen weit über 75 Millionen Euro in Hotels, Café und dem Einzelhandel. Da die Krankenkassen ihre Kur-Leistungen stark zurückgefahren haben, bemüht sich das Bad stärker um betriebliche Gesundheitsvorsorge und bietet Selbstzahlern attraktive Arrangements an.

Großen Wert legen die Birnbacher übrigens auf die Schreibweise „Terme“ ohne „h“; Bayern pflegt ja eine emotionale Nähe zu Italien. Außerdem sieht es flotter aus.
Doris Losch

Weitere Informationen:
www.rottal-terme.de
www.badbirnbach.de

Bildtext: Bad Birnbach – Chrysantiquelle Löwenbrunnen. Foto: Viktor Gröll