SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht: Kinderfotos online nicht veröffentlichen

Als „Deutschlands jüngste Bloggerin“ bekannt wurde die zweijährige Miriam: im „Mimi-Blog“ sind Aufnahmen von ihr beim Schuhkauf, Bibliotheksbesuch oder von ihren kreativen Werken zu sehen, die ihre Eltern regelmäßig veröffentlichen. Doch auch wenn Eltern gern das Heranwachsen ihres Kindes digital dokumentieren und andere daran teilhaben lassen möchten, ist Vorsicht geboten. „Einmal im Netz, können sich die Aufnahmen schnell verbreiten und in falsche Hände geraten. Generell sind Kinderfotos online nur in gesicherten Bereichen zu veröffentlichen, die nicht für alle zugänglich sind“, so SCHAU HIN!-Mediencoach Kristin Langer.

Kinder haben wie alle anderen Personen auch das Recht am eigenen Bild, können jedoch noch nicht selbst über eine Veröffentlichung entscheiden, weil sie die Folgen noch nicht abschätzen können. Hier sind die Eltern gefragt. Denn Kinderfotos im Netz erhöhen das Risiko unerwünschter Kontakte; insbesondere, wenn dazu auch noch Wohnort und Name bekannt sind. Auch wenn etwa das Bild im Profil oder Blog später gelöscht wird, können die Aufnahmen weiter kursieren. Andere können diese kopieren, verfremden und verbreiten. Zudem können Werbetreibende und fremde Nutzer Informationen über Hobbys und tägliche Gewohnheiten sammeln.

Was ist zu tun?
Falls Eltern doch Bilder des Kindes veröffentlichen, sollten Kinder auf Fotos nicht direkt erkennbar sein, sondern etwa nur im Anschnitt oder mit Sonnenbrille und Mütze. Beim Hochladen von Bildern über das Smartphone ist darauf zu achten, dass die Ortsbestimmung deaktiviert ist. Ansonsten können andere Nutzer sehen, wo das Bild aufgenommen wurde. Profilinformationen und Bilder sollten nur für ausgewählte Kontakte und auf keinen Fall für Suchmaschinen sichtbar sein. Gerade Eltern sollten hier mit gutem Beispiel vorangehen, um ihr Kind zu schützen, aber auch um Vorbild für den sorgsamen Umgang mit persönlichen Daten im Netz zu sein. 

Doch auch das Hochladen in einen Online-Speicher („Cloud“) ist mit Risiken verbunden. Schließlich vertraut man persönliche Daten einem Unternehmen an. Zudem können diese Speicher auch von Unbefugten gehackt werden. Daher gilt, sich genau über die Geschäfts- und Datenschutzbedingungen des Anbieters zu informieren und den Zugang über ein ausgefeiltes Passwort zu schützen. Am sichersten ist es, Bilder oder Clips nur auf der Festplatte zu speichern.

Weitere Informationen:
www.schau-hin.info

Titelbild: Falls Eltern Bilder ihrer Kinder in den Sozialen Netzen veröffentlichen wollen, sollten Kinder auf Fotos nicht direkt erkennbar sein. Foto: SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht