Seltenes Faschingsspektakel in Bad Tölz: Närrische Übernahme aus dem Osten

Bereits zum zehnten Mal jährt sich dieser Faschingsspuk, der nur alle zehn Jahre stattfindet und von den Tölzern „erbittert“ abgewehrt wird – unterstützt von etwa 20.000 Zuschauern. Bei den vergangenen Malen wurde etwa das Tor des Khanturms versperrt oder verkleidete Isar-Indianer enterten die Wagen der Invasoren. Was sich die Kreisstadt heuer ausgedacht hat, wird nicht verraten.

Bildtext: Bad Tölz Maschkera 1929

Seit 1878 gibt es diesen Faschingsbrauch, der in den ersten Jahrzehnten eher unregelmäßig stattfand und seit 1955 – damals war es der vierte Zug – alle zehn Jahre wiederholt wird. Ursache für den Umzugsbeginn vor nunmehr 137 Jahren soll ein Protest der Reichersbeurer gegen die Tölzer Gerichtsbarkeit gewesen sein.

Geplant ist, dass sich der Zug am Faschingssonntag um 09.00 Uhr mit etwa 30 Fahrzeugen, etwa einem Dutzend Einzelgruppen sowie mehr als 400 Personen in Reichersbeuern in Bewegung setzen und nach Bad Tölz ziehen wird. Gegen Mittag wird er dann in der Marktstraße erwartet. Auch dieses Mal werden die Tölzer Stadtoberen wieder versuchen, den „Invasoren“ aus Reichersbeuern den Einzug in die zur Stadt möglichst „ungemütlich“ zu gestalten. Nach einer närrischen Zeremonie beginnt dann in der Tölzer Marktstraße rings um die aufgestellten Maschkerawagen das große Faschingstreiben, ehe sich die Reichersbeurer gegen 15.30 Uhr wieder auf den Heimweg machen.

Bildtext: Bad Tölz Maschkera "(T)Raumschiff

Um das Warten auf das Spektakel zu verkürzen, werden die Zuschauer schon vorher durch die Stadtkapelle und den Spielmannszug – an diesem Tag in ungewohnter Montur – sowie DJ Dan in Stimmung gebracht. Zahlreiche Vereine und Gastronomen sorgen dafür, dass keiner an diesem Tag Hunger und Durst leiden muss.

Weitere Informationen:
www.bad-toelz.de

Titelbild: Bad Tölz Maschkera 1965