Aeternitas: Friedhöfe bieten mehr als andere Bestattungsorte

Denn die Bestattungskultur in Deutschland befindet sich derzeit in einem umfangreichen Wandlungsprozess. Immer weniger Friedhofsflächen werden gebraucht. Vielerorts gibt es bereits so genannte Überhangflächen, also Areale, die nicht belegt sind, aber für Pflege und Instandhaltung hohe Kosten verursachen.

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Bildtext: Die Friedhofskultur hat sich in den letzten Jahren verändert – das spiegelt sich auch in vielen Grabgestaltungen wider. Foto: GPP/Aeternitas

 

Gründe für diese Entwicklung gibt es viele: Unsere Gesellschaft, die Art wie wir leben, welche Werte wir haben und woran wir glauben, das alles hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert – mit deutlichen Folgen für die Bestattungskultur. Eine im März diesen Jahres im Auftrag von der Verbraucherinitiative Aeternitas e.V. durchgeführte repräsentative Umfrage zeigt, dass traditionelle Beisetzungsvarianten immer mehr an Zuspruch verlieren. Noch 49 Prozent der Befragten wünschen für sich selbst das klassische Sarg- (29 Prozent) oder Urnengrab (20 Prozent) auf einem Friedhof. 2004 waren es zusammengenommen noch 62 Prozent (39 Prozent Sarg, 23 Prozent Urne). Immer selbstverständlicher werden hingegen Grabformen ohne Grabpflege – auch außerhalb klassischer Friedhöfe.

Dabei hat sich auch die deutsche Friedhofskultur in den letzten Jahren weiterentwickelt. Sie ist mittlerweile vielerorts wesentlich facettenreicher und unkonventioneller als viele wissen. Das zeigte auch der 2. Friedhofsgipfel, der unter der Überschrift "Auf dem Weg zu neuen Traditionen" am 4. September in Köln auf dem Friedhof Melaten stattfand. Hier diskutierten Personen, die sich in ganz unterschiedlicher Art und Weise beruflich mit dem Friedhof beschäftigen – Steinmetze, Friedhofsgärtner und Friedhofsbetreiber ebenso wie Wissenschaftler, Journalisten und Buchautoren.

 

 

Bildtext: Eine individuelle Gestaltung wird für viele Menschen immer wichtiger. Foto: GPP/Aeternitas

 

„Friedhöfe werden hierzulande noch häufig unterschätzt“, zog Christoph Keldenich, Vorsitzender von Aeternitas e.V., am Ende der Veranstaltung sein Resümee. „Kein anderer Bestattungsort bietet eine solche Wahlfreiheit, was Beisetzungsart und die anschließende, individuelle Gestaltung der Grabstätte angeht.“ Ob Erdbestattung oder Urnenbeisetzung, klassische Familien- oder Einzelgrabstätten, anonymes Gräberfeld, pflegefreies Wiesengrab, gärtnerbetreute Bestattungs-, Themen- oder Memoriamgärten – diese Vielfalt und natürlich die besondere Atmosphäre der Orte sei es, die unsere Friedhöfe heute ausmache und ihnen auch langfristig einen festen Platz in der deutschen Kultur geben würde.

Bildtext: Klassische Familien- oder Einzelgrabstätten sind nach wie vor gefragt. Das Angebot, das Friedhöfe machen, wird aber in den nächsten Jahren vielfältiger werden. Foto: GPP/Aeternitas

 

 

Anlagen mit wenigen Angeboten und allzu strengen Friedhofsatzungen, die die Wünsche nach Vielfalt und Individualität verwehrten und die Entwicklung neuer Traditionen nicht zuließen, würden dagegen von den Menschen heute oft als unattraktiv empfunden, so Keldenich.
Quelle: GPP

Weitere Informationen:
www.aeternitas.de

Titelbild: So genannte Bestattungsgärten findet man mittlerweile auf einigen Friedhöfen. Foto: GPP/Aeternitas