World Vision: Frauen sind dreifach Opfer der Dürrekatastrophe in Ostafrika


Aktuelle Beispiele von Gewalt gegen Frauen wie im kenianischen Lager Dadaab zeigen, dass schon beim Aufbau solcher Lager an den Schutz der Frauen gedacht werden muss. „Es gibt viele Fälle von Vergewaltigungen, von Zwangsheiraten oder auch nicht sexualisierter Gewalt in Dadaab“, erklärt die Ostafrika-Expertin von World Vision, Jamila Adamou.

Solche Gewalttaten könnten stattfinden, weil beim Aufbau der Lager die Bedürfnisse der Frauen und Mädchen nicht mit einbezogen werden. „So werden deshalb häufig Latrinen und Waschräume in abgelegenen, dunklen Ecken der Lager errichtet. Abgesehen davon, dass es zu wenig Latrinen gibt, sind diese gerade zu Beginn von Katastrophen selten nach Geschlechtern getrennt. So mussten sich zu Beginn der Dürrekatastrophe und vor Beginn vieler Wasser- und Sanitärprojekte bis zu 96 Menschen eine Latrine teilen. Das begünstigt die Wahrscheinlichkeit von Übergriffen.“

Einfache Maßnahmen können zumindest die Zahl der Übergriffe senken. So stattet World Vision Frauen in Flüchtlingslagern mit Taschenlampen aus. Auch die Bildung von "Sicherheitspatrouillen", die aus Männern und Frauen bestehen und die für den Umgang mit Gewaltsituationen trainiert werden, sorgt für mehr Sicherheit.

Jamila Adamou: „Entscheidend ist aber, dass Wünsche und Anregungen von Frauen bei der Projektplanung und im Aufbau von Lagern berücksichtigt werden. Sie wissen am besten, wo mögliche Gefahrenquellen entstehen können. Um das zu erreichen, müssen aber auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Hilfsorganisationen besser in diesem Bereich ausgebildet und sensibilisiert werden.“ Das ist auch notwendig, um vor Projektbeginn die zur Planung einer besseren Infrastruktur für Frauen notwendigen Daten zu sammeln und die Anzahl an Gewalttaten zu erfassen.“

Weitere Informationen:
www.worldvision.de

(Der Link wurde am 24.11.2011 getestet.)