Christine Nöstlinger: “Eine Frau sein ist kein Sport”


Böse, naja ein bisserl böse, so schön wienerisch-böse halt, humorvoll, witzig und voll ins Schwarze treffend schildert Christine Nöstlinger, die vor kurzem ihren 75. Geburtstag feierte, den alltäglichen Wahnsinn eines Lebens als Frau, Ehefrau, Mutter, Köchin und Familienoberhaupt. Wie immer schauen wir uns erst die kulinarischen Glossen an, die sie unter „Küchengemurmel“ zusammenfasst.

Herrlich liest sich „Tafelspitz ohne Tafelspitz“ und der Kampf gegen die Pomodori Secchi, die zum Karma der Schriftstellerin zu gehören scheinen. Oder „Der Fluch des Topflappens“…

Viel Lesevergnügen bietet „Was ein Mann nicht alles kann“ mit den Untertiteln „Die Prachtexemplare“, „Chefköche und Pfannenschläger“ oder „Herr M. und der Ruhestand“. Der titelgebende Abschnitt „Eine Frau sein ist kein Sport“ erfreut uns u.a. mit „Schuldgefühle sind Frauensache“, „Unsere Sprache ist frauenfeindlich“ und „Emanzipationsmutmacher“. Weitere Appetitmacher auf die Lektüre: „Mut zum Hut?“, „Schlank sein leicht gemacht“ und „Schätzen Sie doch, wie alt ich bin“.

Für Deutsche erhöht sich der Spaß aufgrund der Austriazismen – bei manchen Ausdrücken dauert es, bis es auf deutsch „klick“ macht. Aber das macht nichts. Nöstlingers Glossen sind international und könnten bestimmt auch sagen wir mal, Argentinierinnen zustimmendes Nicken entlocken.

brikada-Bewertung: Vom Schutzumschlag schaut uns Christine Nöstlinger liebenswert-frech und verschmitzt an. Genauso ist das Buch!
Doris Losch

Leserbewertung: Schreiben Sie an info@brikada.de. Wir veröffentlichen an dieser Stelle Ihre persönliche Meinung zum oben genannten Buch.

Christine Nöstlinger: „Eine Frau sein ist kein Sport“, 250 Seiten, Hardcover mit –Schutzumschlag, Euro 21.90, ISBN 978 3 7017 1575 6, erschienen im Residenz-Verlag St. Pölten/Salzburg.

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