Top-Ausstellung: Die Berge und Wir. 150 Jahre Deutscher Alpenverein

Otto Bauriedl. Gipfelrast auf einer Skitour, Tempera auf Papier, 1920er Jahre.
Foto: © Alpines Museum DAV

München – „Warum tun wir uns das an? Und das seit 150 Jahren?“ fragt Matthias Thönissen in dem Jubiläumssong für den Deutschen Alpenverein DAV in seinem Lied „Obensein“.

Ja, warum tun sie sich das an, die Kraxler und Kletterer, Extrem-Alpinisten und Seilschaften? Eben wegen des „Wahnsinnsglücks des Obenseins“.


Bergführerabzeichen, ausgegeben vom DuOeAV seit 1882. Foto: © Alpenverein-Museum ÖAV

Friederike Kaiser, DAV-Geschäftsbereichsleiterin Kultur, spricht von vielen Motiven in die Berge zu gehen, von Zeitgeistwellen und individuellen Gründen. „Die Begeisterung ist immer gleich geblieben, aber wie sie ausgestaltet wurde, das hat sich verändert.“ Zu Beginn faszinierte die Tatsache, sich im Alpenraum überhaupt bewegen zu können. „In den 1880-er Jahren dann fand schon ein Generationswechsel statt. Man wollte die Berge erleben, Lifestyle zeigen, sich Gefahren aussetzen.“ Die Lust an der Gefahr habe eine große Rolle gespielt. Und bereits damals habe sich der DAV für den Umweltschutz – der Begriff allerdings existierte noch nicht – eingesetzt und zum Schutz von Alpenpflanzen aufgerufen.

Besonders in den 20-er Jahren des 20. Jahrhunderts driftete der DAV ins Völkische ab. Die aktuelle Ausstellung „Die Berge und Wir. 150 Jahre Deutscher Alpenverein“ bezieht das Thema anschaulich mit ein, so mit einem Gipfelbuch, in dem der Name eines 13-jährigen Teenagers handschriftlich mit einem empörten „Jude!“ überschrieben wurde.

Das Thema Naturschutz schreibt der DAV heute groß. „Wir müssen uns den neuen Herausforderungen stellen“, betont Friederike Kaiser.

Begleitet wird das Jubiläumsjahr deshalb von einer gemeinsamen Vortragsgesprächsreihe des DAV und der Bayerischen Akademie der Wissenschaften mit der Überschrift „Die Alpen. Der gefährdete Traum.“ Den Auftakt bildet am 16. Mai ein Vortrag des Soziologen Prof. Hartmut Rosa von der Uni Jena über „Der Ruf der Berge – eine resonanztheoretische Deutung“. Weitere Vorträge und Diskussionen befassen sich u.a. mit „Raumordnungskonzepte und Naturschutz im Alpenraum“ und „Alpenvereinskultur – eine andere Ökonomie“ mit Prof. Dr. Monika Schnitzer von der LMU München. Ein Schüler-Workshop ist mit „Ewiges Eis? Was das Klima mit unseren Gletschern macht“ überschrieben.

Die Münchner Volkshochschule bietet bis September ein umfangreiches Sonderprogramm zum DAV-Jubiläum an.

Die Ausstellung „Die Berge und wir. 150 Jahre Deutscher Alpenverein“ im Alpinen Museum auf der Münchner Praterinsel dauert noch bis zum 13. September 2019.
Autorin: Doris Losch

Weitere Informationen:
www.alpines-museum.de
www.badw.de
www.alpenverein.de
www.alpenverein.de/geschichte
www.mvhs.de/alpen

Anmerkung d.Red.: Im Beitrag „Von den unsichtbaren Frauen“ berichtet der DAV auch über die Gleichberechtigung der Frauen in den Bergen und die Gender-Gerechtigkeit im DAV.
https://www.alpenverein.de/geschichte/blog/frauen-alpinismus-dav-gender/