Bundesverband Kinderhospiz: Trauerarbeit für Familien ist nur durch Spenden möglich!

Berlin. – „Wir können Ihrem Kind nicht mehr helfen“ – solche niederschmetternden Aussagen von Ärzten hören in Deutschland jedes Jahr rund 5000 Familien. Sie müssen die Tatsache aushalten, dass ihr Kind an einer unheilbaren und lebensverkürzenden Krankheit leidet.

Ab dem Zeitpunkt einer solchen Diagnose können sich betroffene Familien an Kinderhospizeinrichtungen wenden, die sie begleiten und betreuen. „Durch die Entwicklungen in der Medizin bleiben den Familien oft noch einige gemeinsame Jahre“, so Sabine Kraft, Geschäftsführerin des Bundesverbands Kinderhospiz. „In dieser ganzen Zeit und besonders wichtig, auch in der Phase der Trauer, könne sich betroffene Familien an Kinderhospizeinrichtungen wenden.“

5000 Kinder sterben jedes Jahr an unheilbaren Krankheiten. Für die Angehörigen sind die Mitarbeiter der Kinderhospize auch über den Tod des Kindes hinaus wichtige Bezugspersonen und geben Hilfe und Rückhalt. An Gedenktagen wie dem heutigen Totensonntag spenden zum Beispiel gemeinsame Trauerrituale Trost und Kraft. Doch der Bundesverband Kinderhospiz macht darauf aufmerksam, dass diese wichtige Arbeit immer noch weitestgehend von Spenden abhängt – „Der Anspruch auf staatliche Zuschüsse endet mit dem Leben des Kindes. Die Trauerarbeit für Familien in ambulanten wie stationären Kinderhospizen ist immer noch völlig unterfinanziert“, mahnt Sabine Kraft.

Dabei wirkt sich der Verlust eines Kindes natürlich auf alle Angehörigen aus – ein Leben lang. Beim OSKAR Sorgentelefon, der Hotline, die der Bundesverband Kinderhospiz für Betroffene und ihr Umfeld, für Fachleute und auch speziell für trauernde Familien eingerichtet hat, melden sich rund um Tage wie den Totensonntag besonders viele Anrufer. „Vielen tut es gut über ihre Trauer sprechen zu können, ganz egal, wie lange der Todesfall schon her ist“, so Kraft. „Gesellschaftlich wird von Trauernden erwartet, nach einer gewissen Zeit wieder ‚normal‘ zu funktionieren. An der hohen Nutzung des OSKAR Sorgentelefons merken wir, wie schwer das den Betroffenen oft fällt.“

Auch der Betrieb der Hotline, die rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr kostenlos und anonym unter der Nummer 0800 8888 4711 zu erreichen ist, ist komplett von Spenden abhängig. „Es ist inakzeptabel, dass Kinderhospizarbeit und Unterstützung für trauernde Familien von finanzieller Machbarkeit abhängt“, so Kraft. Der Bundesverband setzt sich deshalb in Deutschland auf politischer Ebene dafür ein, der Kinderhospizarbeit bessere Rahmenbedingungen zu verschaffen und fördert betroffene Familie über eine eigene Stiftung schnell und unkompliziert. Auch auf internationaler Ebene setzt sich Sabine Kraft für lebensverkürzend erkrankte Kinder ein – als ehrenamtliche Vorsitzende des Internationalen Netzwerkes für die Palliativversorgung von Kindern und Jugendlichen ICPCN.
(Quelle: Bundesverband Kinderhospiz)

Weitere Informationen:
www.bundesverband-kinderhospiz.de
http://www.icpcn.org/

Titelbild: Der Bundesverband Kinderhospiz hilft Betroffenen, die Trauer über ein verstorbenes Kind zu bewältigen. Foto: ©Bundesverband Kinderhospiz