BOS: „Noch können wir verhindern, dass der Borneo-Orang-Utan ausstirbt“

Berlin. – Wird es den Orang-Utan in 30 Jahren noch geben? Die Prognosen internationaler Forscher prophezeien ihm und seinem Lebensraum, dem Regenwald, ein ähnliches Schicksal wie dem Eisbären und der Arktis. Anlässlich des Welt-Orang-Utan-Tags informierte BOS Deutschland e.V. über die (menschgemachten) Ursachen des Orang-Utan-Sterben.

In den letzten 15 Jahren sind mehr als 100.000 der Menschenaffen aus den Regenwäldern Borneos verschwunden. Nur dort leben sie noch, nach derzeitigem Stand noch etwa 54.000 Tiere. „Laut Forschern könnten in den nächsten 30 Jahren nochmals 50.000 Orang-Utans verschwinden“, warnt Daniel Merdes, Geschäftsführer von BOS Deutschland e.V. „Das bedeutet dann aller Wahrscheinlichkeit das Ende dieser Art.“

Größte Bedrohung ist der Mensch

Die akute Bedrohung unserer Artverwandten ist menschengemacht. Vor allem der Verlust ihres Lebensraums, des Regenwalds, gefährdet die Art. Pro Minute wird Regenwald in Größe von 36 Fußballfeldern u.a. zu Gunsten riesiger Palmölplantagen gerodet. Palmöl findet sich heutzutage in fast allen verarbeiteten Produkten. Mit einem Anteil von 50 Prozent landet ein Großteil des nach Deutschland importierten Pflanzenöls als sogenannter Biosprit im Tank.

„Der Name Biosprit ist absolut irreführend, denn durch den hohen Palmölanteil trägt er maßgeblich zum Artensterben bei“, erklärt Daniel Merdes. „Wir fordern von verantwortungsvollen Konzernen und Energieanbietern einen sofortigen freiwilligen Verzicht auf Palmöl. Auch die Politik muss endlich tätig werden und Alternativen aufzeigen. Ein erster Schritt wäre der Übergang zu bio, nachhaltig und fair produzierten Palmöl. Vor allem aber muss unsere Gesellschaft ihr Konsumverhalten überdenken. Weniger konsumieren und umweltfreundlicher leben, nur dann haben Regenwald und Orang-Utans eine Chance.“

Geburten ausgewilderter Orang-Utansstimmen vorsichtig optimistisch

Neben der anhaltenden Gefahr für den Borneo-Orang-Utan gibt es jedoch auch vorsichtigen Grund für Optimismus. „Mehr als 25 Jahre Rettungsarbeit auf Borneo tragen langsam Früchte“, sagt Daniel Merdes. „Über 2000 Tiere konnten durch BOS gerettet, 358 davon schon wieder ausgewildert werden. Zehn Geburten in freier Wildbahn stimmen optimistisch und sind gleichzeitig Beleg dafür, wie wichtig und sinnvoll unsere Arbeit ist.“
(Quelle: BOS Deutschland)

Weitere Informationen:
www.orangutan.de

Titelbild: Orang-Utans in der Waldschule im BOS-Schutzzentrum Nyaru Menteng. Foto: © BOS Deutschland e.V.