GMH: Blühstreifen neben den Spargelfeldern sorgen für Artenvielfalt

Am 24. Juni – dem Johannistag – endet in Deutschland traditionell die Spargelernte. Er ist ein wichtiger Tag im Leben vieler Lebewesen: Spargelfans sind traurig, weil sie wieder ein Jahr auf ihr Lieblingsgemüse – frischer Spargel aus deutschem Anbau – warten müssen. Vielleicht ist es ein kleiner Trost für sie, dass sich mit dem Ende der Spargelernte nun andere Lebewesen am Spargel erfreuen können.

Denn was die „Ruhephase“ für die Spargelpflanze bedeutet, wird zum quirligen Lebensraum für viele Insekten, Spinnen und Wildtiere. Die wachsenden und sich stark verzweigenden Spargelpflanzen bieten ihnen bei einer maximalen Höhe von etwa 1,50 bis 1,80 Meter einen attraktiven Lebensraum, und das bis weit in den Herbst hinein. Dass die deutschen Spargelproduzenten dieses „Paradies“ noch um die sogenannten Blühstreifen erweitern, kommt allen zugute: der Artenvielfalt, den Spargelpflanzen und letztlich auch dem Menschen.

Heimische Blütenpflanzen bevorzugt

Die deutschen Spargelproduzenten achten darauf, dass die Mischungen aus heimischen Pflanzenarten – zum Beispiel Kräutern – bestehen. Sie sind optimal an die hiesigen Boden- und Witterungsverhältnisse angepasst. Dadurch wachsen sie besser und bieten den heimischen Insekten und Vögeln eine idealere Nahrungsquelle als nicht heimische Pflanzenarten. Im besten Fall stammt das Saatgut sogar von Pflanzen aus der Region. Diese sind optimal an die Standortbedingungen angepasst und bieten – bei idealer Artenkombination – einen langfristig stabilen Blühstreifen.

Blühstreifen sind blühende Lebensräume

Vom Menschen in Ruhe gelassen, entwickelt sich während des Sommers in den Blühstreifen und auch in den Spargelbeständen ein eigener, lebendiger Kosmos. Nektar und Pollen der verschiedenen Blüten – insbesondere von heimischen Kräutern – locken Wildbienen, Honigbienen, Hummeln und Schmetterlinge an. Heuschrecken sind ebenfalls häufige Bewohner der Blühstreifen. Vor allem das Grüne Heupferd leistet einen wichtigen Beitrag zur biologischen Schädlingsbekämpfung, da es neben Pflanzen auch Blattläuse und Käferlarven frisst. Blattläuse gehören darüber hinaus zum Nahrungsspektrum von  Schlupf- und Blattwespen sowie Sichelwanzen, die ebenfalls häufig anzutreffende Bewohner sind. Nicht nur die Blüten mit ihrem Pollen und dem Nektar locken nützliche Lebewesen an. Auch die Pflanzen selbst sowie der Boden bieten in dem geschützten Lebensraum einen Tummelplatz für viele kleine Lebewesen wie etwa Käfer, Spinnen, Feldgrillen, Erdhummeln und Ameisen.

Das vielfältige Insekten- und Kleintierleben wiederum lockt viele weitere Tiere an: Vögel, wie die immer seltener werdende Feldlerche oder der Neuntöter, schätzen das reichhaltige Insekten-Angebot und nach der Blüte auch die Samen der Wildpflanzen. Wiesel, Feldhasen, und Bodenbrüter, wie Rebhühner und Fasane, finden hier ebenfalls ideale Lebensbedingungen. Und sogar Rehe wurden schon in den geschützten Flächen aus Spargelpflanzen und Blühstreifen gesehen.
(Quelle: GMH)

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Titelbild: Blühstreifen neben den Spargelfeldern locken Wild- und Honigbienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele andere Insekten an. Feldbewohner wie Fasan und Hase finden hier Schutz und Lebensraum. So sorgen die deutschen Spargelproduzenten für Artenvielfalt auf den Feldern. Foto: © GMH/Ralf Große Dankbar