Rheinisches Landesmuseum Trier zeigt “Ein Traum von Rom”

Mit der Expansion des römischen Imperiums gelangte die römisch-mediterrane Lebensweise auch in entfernte Provinzen. Rom war dabei stets das Vorbild für alle neu gegründeten Städte und stand für gehobenes Wohnen, florierende Wirtschaft, privaten Luxus und städtebaulichen Glanz.

Erstmals widmet sich eine Ausstellung der römischen Stadtkultur im Nordosten Galliens und im rechtsrheinischen Obergermanien. Ob in Wirtschaft und Verwaltung, im Privatleben oder bei öffentlichen Bauvorhaben – alle römischen Städte verband das Vorbild Rom. Allem voran steht in der Ausstellung die römische Metropole Trier, die anderen Städten vergleichend gegenübergestellt wird. „Ein Traum von Rom“ gewährt aber auch Einblicke in städtische Privathäuser mit Wandmalereien, Skulpturen und Mosaiken.

Bildtext (l.): Ausschnitt aus dem „Bacchus-Mosaik“: Triumph des Bacchus mit Tiger und Leopard. Trier, Walramsneustraße., 3. Jh. n. Chr. Foto: Th. Zühmer, RLM Trier

Was erwartet im Rheinisches Landesmuseum Trier den interessierten Besucher, der – sei es erstmals oder erneut – sich mit „den alten Römern“ in Germanien beschäftigt? Elf Ausstellungssäle leiten die Besucherinnen und Besucher durch die Welt der römischen Städte in Südwestdeutschland. Auf einer Fläche von ca. 700 Quadratmetern werden über 300 meist hochkarätige Ausstellungsstücke präsentiert, darunter auch solche, die hier erstmalig öffentlich gezeigt werden. Einführend wird dargestellt, wie unterschiedlich sich römische Städte präsentieren konnten, welches ihre wichtigsten Merkmale waren und wer dort lebte. Besonders anschaulich werden die antiken Städte in der 240°-Animation des „Naexus Virtual Space Scope“, einem speziellen innovativen Filmkörper, zu erleben sein.

Das bunte Stadtleben wird unter anderem durch eine belebte Ladenstraße, aber auch durch zahlreiche kostbare Ausstattungsstücke aus römischen Stadtresidenzen eindrucksvoll vor Augen geführt.

Bildtext (r.): Raum „ Weltmarkt Römisches Reich“, Blick auf die römische Ladenstraße. Foto: Th. Zühmer, RLM Trier

Abschließend zeigt die Schau den Niedergang der südwestdeutschen Römerstädte: Zunächst in den Gegenden östlich von Rhein und Donau und nahe dem Limes, schließlich in Trier, das in spätrömischer Zeit zu seiner größten Blütezeit gelangte. Ein Audioguide zur Sonderausstellung ist für Kinder und Erwachsene in den Sprachen Deutsch und Englisch im Eintritt enthalten.

KINDERAUSSTELLUNG
Parallel zur Hauptausstellung zeigt die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz noch bis zum 7. September 2014 eine weitere Ausstellung: „Römische Baustelle! Eine Stadt entsteht“. Sie ist speziell für Kinder zum Mitmachen und Mitdenken, präsentiert mitten zwischen originalen römischen Mauern in den „Thermen am Viehmarkt“, einem konservierten römischen Grabungsareal im Herzen der Stadt.

Dort bietet die Kinderausstellung Stationen zu verschiedenen Themen wie römischer Architektur und Ingenieurskunst, Straßen und Wasser in der Stadt. Viele römische Werkstätten laden ein zum Entdecken, Spielen und Lernen.

Bildtext (r.): Trier, Kaiserthermen. Foto: Tourist Information Trier

 

Trier – das Zentrum der Antike entdecken
Die große Sonderausstellung zum römischen Stadtleben findet dort statt, wo Besucher der Antike auf Schritt und Tritt begegnen: Trier war in römischer Zeit die größte Stadt nördlich der Alpen und in der Spätantike Residenz römischer Kaiser. Ein Besuch der Trierer Römerbauten ergänzt die Sonderausstellung daher perfekt. Noch heute sind zahlreiche authentische Monumente der Römerzeit zu besichtigen wie beispielsweise die Porta Nigra, das einstige Stadttor, das Amphitheater sowie die kaiserliche Palastaula und die „Kaiserthermen“ aus der spätrömischen Zeit. Diese zählen gemeinsam mit den Barbarathermen, der Römerbrücke und der „Igeler Säule“ zu den sieben römischen UNESCO-Welterbestätten in Trier.

Ab jetzt sind Porta Nigra und Kaiserthermen ganz neu mit modernen Informationsbereichen zu erleben. In der Porta Nigra informiert ein neu gestalteter Ausstellungsbereich zum römischen Trier, unter anderem mit einem eindrucksvollen Stadtmodell. Mediaguides illustrieren lebendig die Baugeschichte der Porta Nigra. Auch die Kaiserthermen werden neu und besucherorientiert präsentiert. Im neuen Informationszentrum wird die Geschichte der Anlage erläutert, Highlight ist ein Film zur spätantiken Kaiserresidenz Trier.
(Quelle: Rheinisches Landesmuseum Trier)

Weitere Informationen
www.landesmuseum-trier.de
www.roemische-baustelle.de
www.gdke-rlp.de

Titelbild: Ausschnitt einer Wandmalerei aus dem „Apollozimmer“: Pavillon und Fackelträgerin. Trier, Gilbertstraße. 2. Jh. n. Chr. Foto: Th. Zühmer, RLM Trier